Prostatakrebs - Prostatakarzinom

Von der Definition über Ursachen und Vorsorgemöglichkeiten bis hin zur Diagnose, Therapiemöglichkeit und Prognose von Prostatakrebs. Bei Prostatakrebs handelt es sich um einen bösartigen Tumor der Vorsteherdrüse und ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Hier erhalten Sie eine Übersicht zu allen Informationen, wie Ursachen, Symptome, Vorsorge, Diagnose, Therapien (Möglichkeiten), Krankheitsverlauf, Prognose und Nachsorge bei einem Tumor in der Prostata.

 

Inhalt

 

Prostatakrebs - Definition

Prostatakrebs, auch als Prostatakarzinom bezeichnet, ist ein bösartiger Tumor der männlichen Vorsteherdrüse. In Deutschland ist Prostatakrebs bei Männern die Krebserkrankung, die am häufigsten vorkommt. Meist tritt sie im äußeren Bereich der Vorsteherdrüse auf. Das Prostatakarzinom hat die Tendenz zur Ausbreitung über die eigene Kapsel, die es begrenzt, hinaus, an den Nervenfasern entlang in die Lymphbahnen und -knoten wie auch Metastasierung in die Knochen.

Die Unterscheidung eines bösartigen Tumors von einer gutartigen Prostatavergrößerung ist von großer Bedeutung. Die gutartige Vergrößerung bringt ähnliche Beschwerden mit sich, jedoch findet hier im Unterschied zu Krebs kein invasives Wachstum statt.

 

 Alle Informationen zu Ursachen, Symptome, Vorsorge, Diagnose,  Therapien (Möglichkeiten), Krankheitsverlauf , Prognose und Nachsorge bei einem Tumor in der Prostata. Prostatakrebs.

 

Prostata - Anatomie und Funktion 

Die Prostata, auch als Vorsteherdrüse bezeichnet, hat die Anatomie einer walnussförmigen Drüse mit einer Größe von ca. 4 cm. Sie befindet sich unmittelbar unterhalb der Harnblase, wo sie ringförmig die Harnröhre umschließt. An ihre Rückseite grenzt der Enddarm (Rektum).

Die Hauptfunktion der Prostata ist die Produktion eines Teils der Samenflüssigkeit, durch welche die Samenzellen (Spermien) transportiert werden. Sie liefert die Flüssigkeit, die der Beweglichkeit der Spermien dient. Diese ist wiederum für die Fähigkeit zur Befruchtung von Bedeutung. Das männliche Geschlechtshormon Testosteron steuert großteils das Wachstum und die Funktion der Prostata.

Außer der Samenflüssigkeit bildet die Vorsteherdrüse auch die Substanz PSA (prostataspezifisches Antigen). Diese kann in der Samenflüssigkeit und im Blut in geringer Menge nachgewiesen werden. Beim Prostatakarzinom ist sie pathologisch vermehrt.

 

Ursachen und Gründe für Krebs in der Prostata

Potenzielle Faktoren und präventive Maßnahmen:

Über die Ursachen für Prostatakrebs weiß man derzeit im Vergleich zu anderen Krebsarten relativ wenig. Die derzeit bekannten Ursachen hingegen sind kaum zu beeinflussen. Fakt ist, dass das männliche Hormon Testosteron eine entscheidende Rolle spielt und das Risiko, an Prostatakrebs (Tumor in der Prostata) zu erkranken, mit dem Älterwerden steigt. Weitere Ursachen und Gründe für ein Prostatakarzinom:

 

Erhöhtes Risiko, falls Familienangehörige bereits betroffen waren

Gründe: Bei Männern, in deren naher Verwandtschaft Prostatakrebs vorgekommen ist, ist ein erhöhtes Risiko vorhanden, selbst zu erkranken. Das Risiko ist doppelt so hoch, wenn der Vater betroffen ist. Ist der Bruder von Prostatakrebs betroffen, steigt das Risiko auf das Dreifache im Vergleich zur restlichen männlichen Bevölkerung. Das Risiko für männliche Angehörige, an Prostatakrebs zu erkranken, steigt umso mehr, je mehr Familienangehörige betroffen sind und je niedriger deren Alter zum Zeitpunkt der Diagnose war.

Wichtig:

Für Männer, bei denen in der nahen Verwandtschaft ein Prostatakarzinom aufgetreten ist, gilt, dass sie ab 40 Jahren zur Früherkennungsuntersuchungen gehen sollten.

Es gibt keine Diät gegen Prostatakrebs - Gründe und Ursachen:

Einzelne Faktoren der Ernährung, die der Vorbeugung von Prostatatumoren dienlich wären, konnten bislang von Forschern nicht identifiziert werden. Momentan ist daraus Folgendes abzuleiten: Bislang existiert keine Diät gegen Prostatakrebs. In aktuelleren Studien wird allerdings festgestellt, dass das Risiko der Erkrankung möglicherweise durch Übergewicht gesteigert wird – jedenfalls das Risiko einer fortgeschrittenen, schweren Erkrankung.

Alter ist eine wesentliche Ursache für ein Prostatakarzinom

Bei jedem 8. Mann ist, auf die gesamte Lebenszeit gesehen, mit Prostatakrebs zu rechnen. Das Alter gilt bislang als größtes Risiko. Fast nie kommt es vor dem 50. Lebensjahr zu Prostatakrebs.

Hormone spielen eine wesentliche Rolle bei einer Tumorerkrankung der Prostata - Ursachen und Gründe:

Bei der Entstehung der Krankheit spielen Hormone eine entscheidende Rolle; ihre exakte Funktion ist jedoch nicht vollständig geklärt. Inzwischen ist aber bekannt, dass Prostatakrebs nicht ohne das vorwiegend in den Hoden produzierte, männliche Geschlechtshormon Testosteron entstehen kann. Die Prostata benötigt Testosteron für ihre Funktion. Jedoch wird durch Testosteron auch das Wachstum von Krebszellen in der Prostata gefördert. Bei Männern mit einer Behandlung mit Testosteron aufgrund einer Hodenunterfunktion (Hypogonadismus) ist das Krebsrisiko jedoch nicht erhöht.

 

Symptome bei Prostatakrebs

Die überwiegende Zahl der Männer erfährt heutzutage einen Verdacht auf Prostatakrebs infolge eines PSA-Tests. Hierbei misst man im Blut den Spiegel des prostataspezifischen Antigens. Erhöhte Werte können ein Hinweis auf ein Karzinom sein. Zahlreiche Betroffene stellen auch bei einem deutlich zu hohen PSA-Wert keine Veränderungen der Gesundheit oder typische Symptome für Prostatakrebs fest. Es existieren keine typischen Symptome, die frühzeitig einen Hinweis auf einen bösartigen Prostatatumor liefern. Meist äußern sich Beschwerden erst dann, wenn die Geschwulst eine Größe erreicht hat, in der sie sich auf die Harnröhre ausweitet. Folgende Symptome sind möglich:

  • Erhöhter Harndrang, insbesondere in der Nacht
  • Schwierigkeiten am Anfang des Urinierens
  • Geringer oder unterbrochener Harnfluss
  • Schmerzen bei der Ejakulation
  • Blut in Urin oder Samenflüssigkeit
  • Starke Schmerzen im unteren Bereich des Rückens (Kreuzgegend), in den Hüften, in der Prostata, im Becken oder in den Oberschenkeln (Ischiasschmerzen)
  • Schwächere Erektion oder Impotenz
  • Geringerer Samenerguss, ggf. blutig

 

PSA Wert, Prostatakrebs – Häufige Ursachen, Symptome und Therapien, Prognose. Tumor in der Prostata

 

Früherkennung und Vorsorge eines Prostatakarzinoms

Wird der Prostatakrebs früh festgestellt, kann er ggf. noch geheilt werden. Es herrscht jedoch Uneinigkeit darüber, wann welche Früherkennungsmaßnahmen eigesetzt werden sollten. Prostatakrebs wächst üblicherweise langsam und führt bei zahlreichen Betroffenen nicht zum Tode. Nicht mehr zu heilen ist der Tumor jedoch, wenn er gestreut hat. Von Experten werden daher die folgenden Maßnahmen zur Früherkennung empfohlen.

 

Vorsorge: gesetzliches Programm der Früherkennung

Einmal pro Jahr können  Männer ab 45 Jahren die Leistungen des gesetzlichen Programms der Früherkennung in Anspruch nehmen, Männer mit familiärer Vorbelastung ab 40 Jahren. Dieses Programm ist kostenfrei. Untersucht werden hierbei die Geschlechtsorgane sowie die Lymphknoten in der Leiste. Des Weiteren wird vom Arzt über den Enddarm die Prostata abgetastet. Durch diese sogenannte digital-rektale Untersuchung (DRU; digitus = lat. „Finger“) ist allerdings nur das Ertasten von größeren Karzinomen und solchen in oberflächlicher Lage möglich. Kleine oder ungünstig gelegene Tumore können auf diese Weise nicht gefunden werden. Somit ist sie als alleinige Untersuchung zur Früherkennung nicht ausreichend.

Vorsorgeuntersuchung: Gründe für einen erhöhten PSA-Wert

Für einen erhöhten PSA-Wert können zahlreiche Gründe vorliegen. Er kann auf Prostatakrebs hinweisen. Ein erhöhter PSA-Wert gilt zwar in der Prostatakrebsdiagnostik als bedeutender Marker. Doch können auch einige weitere Gründe für eine erhöhte Menge des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut vorliegen. PSA wird von gesunden Prostatazellen ebenso ausgeschüttet wie von Prostatakrebszellen. Die folgenden sind die wichtigsten Ursachen eines erhöhten PSA-Werts, bei denen kein Prostatakrebs vorliegt:

1. Erhöhter PSA-Wert durch eine Entzündung (Prostatitis)

Das zentrale Symptom einer Prostataentzündung sind Schmerzen. Ebenfalls liegt bei einer Prostataentzündung ein leicht bis mäßig erhöhter PSA-Wert vor.

2. Gutartige Vergrößerung

Bei annähernd jedem Mann tritt mit zunehmendem Alter eine gutartige Vergrößerung der Prostata (benigne Prostatahyperplasie) auf. Es kommt zu einer stetigen Vergrößerung, bis sie schließlich die Harnröhre einengt. Dadurch entstehen Probleme beim Wasserlassen.

3. Erhöhter PSA-Wert aufgrund von Medikamenten

Nehmen Sie Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel ein, um einer Vergrößerung der Prostata entgegenzuwirken, so kann dadurch das PSA-Testergebnis verfälscht werden.

4. Harnwegsentzündungen

In den Harntrakt eingedrungene Bakterien können dort zu unangenehmen Entzündungen führen. Die zentralen Symptome einer Harnwegsentzündung sind: häufiges Urinieren, begleitet von Brennen und stechenden Schmerzen.  

5. Erhöhter PSA-Wert aufgrund von Druck 

Der PSA-Wert ist auch erhöht, wenn Druck auf die Prostata einwirkt. Dies ist beispielsweise beim Fahrradfahren der Fall. Hier steigt der PSA-Wert geringfügig an. Des Weiteren wird bei der Tastuntersuchung wie auch bei der transrektalen Ultraschalluntersuchung vom Arzt auf die Prostata gedrückt. Aus diesem Grund sollten diese Untersuchungen von Ärzten nicht unmittelbar vor der Blutabnahme für die PSA-Bestimmung vorgenommen werden. Das Ergebnis des Tests würde ansonsten höher ausfallen. Zwischen solch einer Untersuchung und einem PSA-Test sollte ein Abstand von ca. 4 Wochen liegen. Alternativ kann zuerst die Blutabnahme und danach die jeweilige Untersuchung stattfinden.

6. Geschlechtsverkehr und Ejakulation

Nach dem Samenerguss (Ejakulation) ist ebenfalls ein erhöhter PSA-Wert möglich. Vor dem PSA-Test sollte mindestens 24 Stunden keine Stimulation der Prostata stattfinden. Durch körperliche Anstrengung wird der PSA-Wert generell erhöht.

Durch ein Eiweiß, dessen Produktion ausschließlich in der Prostata stattfindet, kann das Risiko auch schon in sehr frühen Stadien abgeschätzt werden. Auch im Blut befindet sich eine geringe Menge des prostataspezifischen Antigens (PSA). Dort kann es folglich nachgewiesen werden. Die Wahrscheinlichkeit für das Vorhandensein eines Tumors steigt mit der Höhe des Werts.

Der Patient sollte sich vor der Entscheidung für einen PSA-Test beim Arzt umfangreich zu den Vor- und Nachteilen erkundigen.

 

Diagnose Prostatakrebs

Prostatakrebs (Prostatakarzinom) ist ein bösartiger Tumor der Vorsteherdrüse. Ist der Tumor bereits auf eine gewisse Größe angewachsen und hat sich ausgebreitet, kommt es zu einer Einengung der Harnröhre und Störungen beim Wasserlassen.

Die Chancen einer Heilung sind umso größer, je früher ein Prostatakarzinom festgestellt wird und je eher die Behandlung einsetzt. Die Krankheit kann insbesondere dann mittels einer Operation oder durch Bestrahlung geheilt werden, wenn noch keine Tumorzellen im benachbarten Gewebe oder den Lymphknoten festgestellt wurden, der Tumor also bisher auf die Prostatadrüse begrenzt ist. Sind bereits Metastasen vorhanden, werden Medikamente eingesetzt, um den Prozess der Krankheit aufzuhalten, Beschwerden zu lindern sowie die Lebenszeit zu verlängern. 

 

Krankheitsverlauf und Prognose

Der Krankheitsverlauf ist ganz entscheidend davon abhängig, in welchem Stadium der Tumor von Ihrem Arzt festgestellt wurde. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Vorsorgeuntersuchung. Durch sie werden gute Chancen auf eine vollständige Heilung ermöglicht. Ebenfalls beeinflusst der Grad der Bösartigkeit des Tumors den weiteren Verlauf. Ein schnelles Wachstum der Tumorzellen deutet auf eine aggressive Krebsform hin. Die Chancen einer Heilung sind folglich geringer. Im Allgemeinen ist jedoch bei Prostatakrebs die Überlebensrate relativ gut, wenn er frühzeitig entdeckt wird.

Stadien und Prognose des Prostatakarzinoms:

Um die Planung und Strategie der Behandlung festzulegen, sind das Stadium des Tumors sowie seine Ausbreitung bei der Erstdiagnose entscheidend. Die individuelle Prognose ist abhängig von zahlreichen Faktoren.

Prognose:

Es ist schwierig, eine individuelle Prognose (Vorhersage) des weiteren Verlaufs der Krankheit zu treffen. Sie ist von vielen Faktoren abhängig. Für die Prognosestellung und die Planung der Behandlung hat der histologische Befund der Prostatabiopsie eine zentrale Bedeutung. Die folgenden Faktoren deuten mit der richtigen Behandlung auf eine eher günstige Prognose hin:

  • Tumortyp: differenziertes Adenokarzinom
  • Gleason-Score bis 7a
  • Helpap-Grading bis Glla
  • Niedriggradiges Prostatakarzinom
  • Kleine Zahl positiver (befallener) Stanzzylinder (kleiner Tumor)
  • Geringer Anteil des Tumors am Gesamtmaterial der Biopsie (kleiner Tumor)
  • Einseitig befallene Prostata
  • Großer Abstand zwischen Tumor und Prostatakapsel
  • Kein eingewachsener Tumor in Nervenscheiden
  • Kein eingewachsener Tumor in die Samenblasen

 

Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten des Prostatakarzinoms

Zur Behandlung des Prostatakarzinoms kommen derzeit die folgenden Methoden zum Einsatz:

Welche Behandlungsmethode eingesetzt wird, ist abhängig vom Stadium des Prostatakrebses. Falls der Tumor bereits Fernmetastasen gebildet hat, ist nur noch eine palliative Behandlung des Prostatakarzinoms möglich.

 

Auf die Prostata begrenzte Tumore (Frühstadium) werden kurativ behandelt – das Ziel ist die Heilung. In den meisten Fällen geschieht dies durch Bestrahlung und / oder Operation. Bestrahlung oder Operation sind in Form einer Einzeltherapie nicht ausreichend, wenn bereits bei der Diagnose eine Ausbreitung in benachbartes Gewebe und / oder eine Metastasenbildung in benachbarten Lymphknoten stattgefunden hat. Falls dies der Fall ist, kommen zusätzliche Behandlungsmethoden zum Einsatz, die nicht auf die Prostata begrenzt sind, sondern im gesamten Körper wirken (z.B. Hormontherapie). Bei dieser sogenannten adjuvanten Therapie zur Unterstützung herrscht noch pozenziell eine kurative Intention.

Sind hingegen bereits Fernmetastasen vorhanden, ist keine Heilung mehr zu erreichen. Die Behandlung ist nun palliativ, das heißt lindernder Art. Das Ziel besteht in der Erhaltung der Lebensqualität des Patienten und darin, die Ausbreitung des Tumors zum Stillstand zu bringen. Dazu wird eine (mehrstufige) Hormon- oder Chemotherapie durchgeführt.

Die Therapie des Prostatakarzinoms erfolgt stadien- und hormonabhängig.

Das sog. TNM-Stadium stellt eine Graduierung bezgl. Tumorgröße (T) , LK-Befall (N) und Metastasierung (M) dar. Man unterscheidet verschiedene Stadien, die ineinander übergehen können. In der Regel verliert ein primär hormonsensitives Prostatakarzinom im Laufe der Zeit und Behandlung seine Hormonempfindlichkeit und wird zum sog. kastrationsresistenten bzw. hormonresistenten Prostatakarzinom.

Die Malignität wird histologisch aufgrund einer Stanzbiopsie mit der Gleason-Skala ausgedrückt:

  • Gleason 2-6: relativ gutartig
  • Gleason 7: intermediär
  • Gleason 8 bis 10: undifferenziert, wenig hormonabhängig, aggressiv

Bei Gleason 8 bis 10 und klinischer Dynamik sollte bei Metastasierung eine initiale Chemotherapie (z.B. Docetaxel) oder der frühe Einsatz von Abirateron (Zytiga) überlegt werden. Nach Abtöten der undifferenzierten Zellen mit hoher Proliferation kann dann sekundär zur Erhaltung eine Hormontherapie versucht werden. Neuerdings wird auch eine Kombitherapie in Studien diskutiert.

Nm HSPC:

Das nicht metastasierte, hormon- und kastrationssensible Prostatakarzinom kann in den niedrigen, lokal begrenzten  T-Stadien (pT1-3) durch radikale Prostatektomie +/- Lymphadenektomie (LAE) beseitigt werden. Eine hochdosierte fokussierte Strahlentherapie gilt als prognostisch gleichwertig (insbes. bei älteren, komorbiden Patienten).

Nach Kapselüberschreitung, Befall der Nachbarorgane und LK-Befall wird in der Regel eine adjuvante Strahlentherapie des Beckens angeschlossen, sonst zeitverzögert nach postoperativ erneut steigendem PSA (mHSPC).

Bei höheren Stadien und ausbleibender PSA-Normalisierung bzw. Wiederanstieg des PSA wird adjuvant eine Gonadotropintherapie („Dreimonatsspritze“), z.B. Trenanton, initiiert. Initial kann wegen einer kurzfristigen Stimulation (Flush-Effekt) ein Antiandrogen (z.B. Bicalutamid) zugegeben werden. Je nach Verlauf sind auch Therapiepausen unter konsequenter Kontrolle möglich.

mHSPC:

Das metastasierte  hormon- und kastrationssensible Prostatakarzinom zeichnet sich durch erhöhte PSA-Werte und (meist nachweisbare) Metastasen aus. Nicht selten sind ein Lokalrezidiv oder okkulte LK-Metastasen verantwortlich, die mit gezielter  PSMA-PET/CT detektiert und ggf. nochmals (mit fraglicher Kuration!)  operiert werden könnten. Bei sog. Oligometastasierung (v.a. im Skelett) kann der Versuch einer fokalen Strahlentherapie diskutiert werden.

In diesem Stadium wird therapeutisch eine sog. ADT (Androgendeprivation) durch Hodenentfernung oder chemische Kastration  (Ausschaltung der Hirnanhangsdrüse mittels LHRH-Analoga oder GnRH-Blocker, sog. Dreimonatsspritze, z.B. Trenantone) begonnen. Initial und ggf. auch dauerhaft wird wegen einer kurzfristigen Stimulation (Flush-Effekt) ein Antiandrogen (z.B. Bicalutamid) zugegeben. Ziel dieser Therapie ist es, das körpereigene Testosteron unter der Nachweisbarkeitsgrenze (<50ng/ml) zu halten. Bei hohem Risiko (hohe Tumorlast, viszerale Herde, Gleason >8) wird man die ADT geich mit Abirateron (Zytiga) oder Chemotherapie kombinieren, da hiermit in aktuellen Studien eine längere Überlebenszeit erreicht werden konnte.

nmCRPC:

Nach einer gewissen Zeit wird sich eine sog. Kastrationsresistenz entwickeln. Trotz Kastration (Testosteron <50ng/ml) steigt das PSA kontinuierlich. Beim nichtmetastasierten, kastrationsresistenten Prostatakarzinom ist die Ursache unbekannt, könnte aber mit gezielter PSMA-PET/CT detektiert und ggf. mit dem radioaktiven PSMA-Antikörper behandelt werden (muss genehmigt werden).

In der Regel wird man aber jetzt eine erweiterte antihormonelle Therapie mit Abirateron / Prednisolon (Zytiga) oder dem komplex wirkenden Androgenrezeptor-Antagonisten Enzalutamid (Xtandi) bzw. Apalutamid (Erleada) starten. Neuerdings werden auch Kombinationen mit Chemotherapie eingesetzt.

mCRPC:

Beim metastasierten, kastrationsresistenten Prostatakarzinom ist die Lokalisation der Metastasen in der Regel bekannt, sodass z.B. bei einer schmerzhaften oder frakurgefährdeten Skelettmetastase eine lokale Strahlentherapie (oder selten OP) infrage kommt. Ebenso ist eine radioaktive PSMA-Antikörpertherapie eine (teure) Option nach Ausschöpfung aller Möglichkeiten.  

In der Regel wird man aber jetzt – falls noch nicht geschehen – eine erweiterte antihormonelle Therapie mit Abirateron / Prednisolon (Zytiga) oder alternativ dem komplex wirkenden Androgenrezeptor-Antagonisten Enzalutamid (Xtandi) bzw. Apalutamid (Erleada) starten.

mHRPC:

Das hormonresistente, metastasierte Prostatakarzinom stellt die Endstufe der Entdifferenzierung dar. In der Regel bestehen jetzt auch viszerale Metastasen mit schneller Dynamik (im Laborbefund hohe LDH-Werte).

Jetzt ist die Indikation der systemischen zytotoxischen Chemotherapie gegeben. Docetaxel (z.B. Taxotere) und in zweiter Linie Cabazitaxel (Jevtana) sind gängige Medikamente.

Falls hierdurch die entdifferenzierten Zellen weitgehend zerstört werden konnten, wäre ein erneuter Versuch mit Androgenantagonisten zu rechtfertigen. Die Therapie mit radioaktiven Substanzen (skelettgängige Radionuklide und / oder PSMA-Antikörper) sind weitere Optionen.

Wegen der teilweise komplexen Sequentialtherapie (teilweise früher Einsatz der sog. erweiterten Hormontherapie) ist das onkologische Fachwissen  des behandelnden Arztes unabdingbar.

 

Nachsorge und onkologische Reha

Die Phase der Nachsorge beginnt nach Abschluss der medizinischen Behandlung zur Heilung der Tumorerkrankung.

 

Nachsorge – Kontrolle ist besser …

Regelmäßige Untersuchungen dienen dazu, Rezidive (erneutes Auftreten der Krebserkrankung) rechtzeitig zu erkennen. Darüber hinaus kann eine Diagnose und Behandlung von Begleit- sowie Folgeerkrankungen stattfinden.

Spätestens drei Monate nachdem die Operation oder Strahlentherapie beendet worden ist, startet die Nachsorge. Ärztliche Untersuchungen werden in den ersten 2 Jahren ca. alle 3 Monate durchgeführt, im 3. und 4. Jahr alle 6 Monate und danach einmal im Jahr.

Rehabilitation

Oftmals beeinträchtigt die Tumortherapie  die körperliche Leistungsfähigkeit. Psychische Probleme treten in zahlreichen Fällen auf. Als Unterstützung bei der Rückkehr ins Leben können Krebspatienten nach der Tumorbehandlung rehabilitative Leitungen in Anspruch nehmen. Die Rehabilitation sollte möglichst zeitnah im Anschluss an die Krebsbehandlung organisiert werden. Es gibt die Möglichkeit, zwischen einer ambulanten und stationären Reha zu wählen.

Innerhalb der onkologischen Rehabilitation erhalten Sie weitere detaillierte Informationen zur onkologischen Reha im Anschluss an Prostatakrebs.

 

 

     

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Zuletzt geändert am: 16.07.2020
Lektor
Dr. med. Wolfgang Abenhardt
Dr. med. Wolfgang Abenhardt

Internistischer Onkologe

 

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