Krebs - Was ist Krebs?

 

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Was ist Krebs?

Unter der Bezeichnung Krebs wird eine große Gruppe an Erkrankungen zusammengefasst, die sich in ihren Symptomen und Verläufen stark voneinander unterscheiden können. Gegenwärtig sind etwa 300 solcher bösartigen Erkrankungen bekannt. Ihr gemeinsames Merkmal ist, dass sich ursprünglich gesunde körpereigene Zellen plötzlich unkontrolliert vermehren und ausbreiten.

 

Was macht Krebs im Körper?

Wenn die Schutzmechanismen versagen
Alles beginnt damit, dass sich das genetische Programm der Zellen verändert oder bei deren Teilung falsch abgelesen wird. Das passiert ständig und unser Körper wird damit normalerweise auch gut fertig, denn er besitzt verschiedene Reparatursysteme, welche in der Lage sind, solche Fehler zu korrigieren. Erweist sich der Schaden als irreparabel, durchläuft die kranke Zelle einen programmierten Zelltod, auch als Apoptose bezeichnet. Das heißt, die Zelle vernichtet sich selbst. In jeder Sekunde begehen Millionen Zellen unseres Körpers einen solchen Selbstmord. Das ist notwendig, um nutzlose, alte und gefährliche Zellen zu eliminieren. So wird verhindert, dass irreparable Schäden am Erbgut an Tochterzellen weitergegeben werden und sich im Körper anhäufen. Das Selbstmordprogramm verhindert aber auch, dass sich Zellen aus ihrem Heimat-Gewebeverband lösen, im Körper herumvagabundieren und Metastasen bilden. Im gesunden Körper besteht dadurch immer ein Gleichgewicht aus Zellteilung und Zelltod. Verantwortlich hierfür ist eine strenge Regulierung durch verschiedene Signale, welche die Zellteilung entweder fördern oder hemmen und den Zellen vermitteln, wann es für sie an der Zeit ist abzutreten.

Versagt dieser Schutzmechanismus, kann das zur Folge haben, dass geschädigte Zellen ihr Verhalten ändern und sich unabhängig von Wachstumssignalen ungehemmt teilen und so immer neue Krebszellen erzeugen, während sie gleichzeitig den programmierten Zelltod verweigern. Durch diese  überschießende Neubildung von Gewebe, der sogenannten Neoplasie, bildet sich schließlich eine Geschwulst, ein Tumor. Dringt dieser aufgrund seines unkontrollierten Wachstums in umliegendes gesundes Gewebe ein und zerstört und verdrängt dieses, handelt es sich um einen malignen, also einen bösartigen Tumor und somit um Krebs. Es kommt zwar mitunter auch vor, dass das Selbstmordprogramm der Krebszellen von selbst, ohne medizinische Therapie, wieder anspringt und Tumoren oder Metastasen wieder verschwinden. Dies sind jedoch extreme Ausnahmen. Eine solche Spontanremission erlebt, nach Expertenschätzung, nur einer von 100.000 Krebskranken. Genaue Zahlen hierzu fehlen allerdings.

 

Krebs - Was ist Krebs?

 

Wie gefährlich ist Krebs?

Gefährlich wird es, wenn sich krankhaft veränderte Zellen während ihres Wachstums aus dem Tumor lösen und sich über das lymphatische System oder die Blutbahn verteilen und Metastasen in entfernteren Regionen des Körpers bilden. Denn gerade diese Tochtergeschwülste sind es, die eine Krebserkrankung zur lebensbedrohlichen Gefahr machen.

Es gibt aber auch Krebsarten, bei denen sich keine festen Tumoren bilden. Hier verbreiten sich die Krebszellen über die Lymph- und Blutbahnen von Anfang an im ganzen Körper. Dies ist zum Beispiel bei Leukämie der Fall.

 

Welche Krebsarten gibt es?

Tumoren lassen sich in drei Gruppen einteilen
Je nach Gewebe, aus dem sich die malignen Tumoren entwickeln, lassen sich diese in drei Gruppen einteilen:

Karzinome

Sie stammen aus Gewebe, das die inneren und äußeren Oberflächen im Körper bedeckt, zum Beispiel der Haut oder den Schleimhäuten. Etwa acht von zehn Menschen mit malignen Tumoren haben ein Karzinom. Ein Beispiel ist das Dickdarmkarzinom: Es geht von der Dickdarmschleimhaut aus, kann durch sein Wachstum die Darmwand zerstören, sogar in Nachbarorgane hineinwachsen und schließlich durch Metastasierung auf die Lymphknoten in der Umgebung des Darmes sowie die Leber übergreifen.

Sarkome

Sie entstehen aus dem mesenchymalen Gewebe. Dazu gehören das Muskel-, Fett- und Bindegewebe sowie die Knochen. Je nachdem, aus welchem Ursprungsgewebe die Sarkome entstanden sind, lassen sie sich noch einmal grob in Knochen-, Knorpel- und Weichgewebssarkome unterteilen. Ein Beispiel ist das Liposarkom, ein Tumor des Fettgewebes. Sarkome sind selten und machen nur etwa ein Prozent aller bösartigen Tumoren aus.

Blastome

Dabei handelt es sich um Tumoren, die während der Gewebe- oder Organentwicklung entstehen. Ein Beispiel ist das Neuroblastom, das vor allem bei Kindern auftritt.

Die Häufigkeit der Krebsarten unterscheidet sich nach dem Geschlecht.  Zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Männern und Frauen zählen:

Welche Risikofaktoren gibt es?

Weltweit untersuchen Forscher, welche Einflüsse das Risiko für eine Krebserkrankung erhöhen können. Dazu gehören zum Beispiel:

  • eine ungesunde Lebensweise mit Übergewicht, Bewegungsmangel oder Rauchen
  • krebsauslösende Krankheitserreger wie etwa Krebsviren. Beispiele sind humane Papillomaviren und das Humane Immundefizienz-Virus (HIV), welches nicht nur zur Immunschwächekrankheit AIDS führen kann, sondern bei den infizierten Personen auch das Krebsrisiko ansteigen lässt.
  • Forscher schätzen, dass 60 bis 70 Prozent der Tumoren durch Umwelt­einflüsse, wie chemische Substanzen oder Strahlung ausgelöst werden.
  • Experten gehen davon aus, dass bei fünf bis zehn von 100 Krebserkrankungen die Vererbung eine wichtige Rolle spielt.

Die Veränderungen in der Erbsubstanz können aber auch einfach durch Zufall entstehen. Je nach Tumor sind die Einflüsse von Erbe, Umwelt und Zufall unterschiedlich groß. Beim Lungenkrebs sind 65 Prozent der krebserzeugenden Mutationen auf die Umwelt, vor allem das Rauchen, zurückzuführen, die restlichen 35 Prozent sind zufallsbedingt. Beim Prostata- oder beim Knochenkrebs und bei Hirntumoren dagegen sind mehr als 95 Prozent der krankmachenden genetischen Veränderungen Ergebnis zufälliger Kopierfehler. Forscher der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore weisen in einer Studie zu diesem Thema deutlich darauf hin, dass rund 30 bis 40 Prozent aller Krebserkrankungen vermeidbar sind, durch eine regelmäßige Vorsorge und einen gesunden Lebensstil.

Im Laufe des Lebens greifen viele Prozesse und Substanzen das Erbgut an und hinterlassen bleibende Schäden und je älter ein Mensch wird, desto unzuverlässiger arbeitet das Reparatursystem. Je höher die Anzahl der Defekte, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass einige von ihnen zu Krebs führen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Männer und Frauen bei 69 Jahren.

Es gibt jedoch auch Krebsarten, die insbesondere jüngere Erwachsene betreffen. Dazu gehört zum Beispiel Hodenkrebs. Experten schätzen, dass je nach Tumorart zwei bis 15 zeitgleich auftretende Fehler im Erbgut nötig sind, um Krebs entstehen zu lassen. Mehr als 400 Krebsgene sind mittlerweile bekannt, die - im Falle einer Mutation - ein unkontrolliertes Wachstum von Zellen begünstigen.

Für das Krebsrisiko scheint auch der sozioökonomische Status eine Rolle zu spielen. Hinweise dafür haben Wissenschaftler des Robert Koch-Instituts (RKI) gefunden. Sie haben deutschlandweit erstmals untersucht, inwieweit die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, mit regionalen sozioökonomischen Unterschieden zusammenhängt. Ein höheres Krebsrisiko in ärmeren Regionen zeigte sich bei Männern insbesondere für Lungen-, Mund- und Atemwegs-, Magen-, Nieren- und Blasenkrebs. Bei Frauen lag das Risiko für Nieren-, Blasen-, Magen-, Gebärmutterhals- und Leberkrebs sowie Leukämien und Lymphome in armen Regionen höher als in reichen. Für einzelne andere Krebsarten wie Brust- und Hautkrebs zeigte sich dagegen, dass diese in reichen Regionen am häufigsten auftraten. Die Gründe dafür erklären die Ergebnisse dieser Studie allerdings nicht.

 

Symptome von Krebs

Krebs im frühen Stadium zeigt oftmals kaum oder nur sehr geringe Symptome. Dennoch gibt es Beschwerden, die auf eine Krebserkrankung hindeuten können. Da aber auch diese Beschwerden nicht unbedingt aufgrund einer Krebserkrankung auftreten müssen, sollten Sie bei Beschwerden, die über einen längeren Zeitraum auftreten Ihren Arzt kontaktieren. Mögliche Krebssymptome können sein:

  • Blässe und Blutarmut
  • Schmerzen beim Urinieren
  • Chronische Müdigkeit und Leistungsschwäche
  • Husten, der mit blutigem Auswurf und Heiserkeit einhergeht
  • Hautveränderungen
  • Blut im Stuhl
  • Verdauungs-, Magen-, Darm- oder Schluckbeschwerden
  • Wunden oder Geschwüre
  • Knoten, die sich unter der Haut ertasten lassen
  • Schmerzen, die man nicht zuordnen kann
  • Gewichtsverlust, der sich nicht erklären lässt
  • Appetitlosigkeit

Wie viele Krebsneuerkrankungen gibt es in Deutschland jährlich?

Krebs gehört in Deutschland, aber auch weltweit zu den Haupttodesursachen. Nach Schätzung des Robert Koch-Instituts wurden 2016 in Deutschland rund 492.000 Krebserkrankungen diagnostiziert. Zwar beobachtete das Institut bei vielen Krebsarten eher rückläufige Erkrankungsraten, die Gesamtzahl der Krebserkrankungen steigt jedoch, aufgrund der Alterung der Gesellschaft. Daher prognostizieren die Experten für das Jahr 2020 eine Zunahme der neu diagnostizierten Fälle auf rund 510.000. Dank einer verbesserten Krebsprävention, früheren Diagnosen und wirksamerer neuer Therapieoptionen haben sich jedoch bei einer Reihe von Krebserkrankungen die Heilungschancen deutlich verbessert.

 

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Zuletzt geändert am: 11.05.2020
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