Lungenkrebs - Bronchialkarzinom

Von der Definition, über die Ursachen und Vorsorgemöglichkeiten, bis hin zur Diagnose, Therapiemöglichkeit und Prognose. Bei Lungenkrebs (Lungen/-Bronchialkarzinom) handelt es sich um eine der häufigsten bösartigen Krebserkrankungen. Hier erhalten Sie eine Übersicht zu allen Informationen wie Lungenkrebs Ursachen, Symptome, Vorsorge, Diagnose, Therapie und  (Therapiemöglichkeiten), Krankheitsverlauf, Prognose und Nachsorge bei einem Lungen- oder Bronchialkarzinom.

 

Inhalt

 

Lungenkrebs - Definition

Obwohl Lungenkrebs, auch bekannt als Lungen- oder Bronchialkarzinom, sich in der gesamten Lunge entwickeln kann, kommt er am häufigsten in den oberen Abschnitten der Lungenflügel vor.

 

Lunge - Anatomie und Funktion 

Die Lunge, das Herz und die großen Blutgefäße befinden sich in der Brusthöhle. Die Lunge besteht aus dem rechten und linken Lungenflügel, die sich aus den Lungenlappen, die wieder in Segmente unterteilt sind, zusammensetzen.

Während des Einatmens nimmt die Luft den Weg durch Nase oder Mund, weiter durch Rachen und Kehlkopf in die Luftröhre. Die Luftröhre führt vom Kehlkopf in den Brustraum, um sich danach in die beiden Hauptbronchien aufzuzweigen. Dadurch erhalten alle Lungensegmente Atemluft. 

Auch die Segmente verzweigen sich mittels der Bronchien weiter in kleine Lungenbläschen, auch als Alveolen bezeichnet. Die Lungenbläschen reichern das Blut mit Sauerstoff an und geben Kohlendioxid vom Blut an die Luft ab. Der Blutstrom transportiert lebensnotwendigen Sauerstoff in die Körperzellen und hat damit eine lebenswichtige Funktion.

 

Lungenkrebs. Ursachen, Symptome, Vorsorge, Diagnose, Therapien (Möglichkeiten), Krankheitsverlauf, Prognose und Nachsorge bei einem Lungen- oder Bronchialkarzinom.

 

Ursachen und Gründe für Lungenkrebs

Für die Entstehung von Lungenkrebs wird von zahlreichen Faktoren ausgegangen. Das größte Risiko liegt bei den schädigenden Substanzen, die wir mit der Atemluft einatmen. Diese Substanzen schädigen die Zellen des Lungengewebes so lange, bis sich diese in Krebszellen transformieren. Genetische Faktoren und Ursachen, zu denen auch das Geschlecht zählt, gelten ebenso als große Risikokomponenten.

Äußere Risikofaktoren

Die hier angeführten Komponenten und Lungenkrebs Ursachen steigern das Lungenkrebsrisiko:

 

Rauchen als Ursache für ein Bronchialkarzinom

Rauchen gilt nach wie vor als das größte Risiko für den Beginn von Lungenkrebs, denn die krebserregenden (karzinogenen) Inhaltsstoffe des Zigarettenrauchs erzeugen Störungen im Erbgut der Zellen (DNA). Diese Veränderungen wären generell rehabilitierbar, allerdings kompromittiert Rauchen das Reparatursystem. Das gilt auch für E-Zigaretten, die Aerosol enthalten und deren Dämpfe zusätzlich zu Nikotin auch die krebserzeugenden und giftigen Substanzen Formaldehyd und Acetaldehyd aufweisen. Hören Sie mit Rauchen auf, da es eine häufigsten Lungenkrebs- Ursachen ist.

Lungekrebs Ursache: Feinstaub 

Der Feinstaub ist Teil der Schadstoffe in der Außenluft, und eine zu hohe Konzentration erhöht das Lungenkrebsrisiko bedeutend.

Ursache Lungenerkrankungen: Infektionen

Lungenerkrankungen, ausgelöst durch chronische und langwierige Infektionen, wie z.B. Tuberkulose, können ebenfalls zu Lungenkarzinom führen, denn Lungenkrebs beginnt vor allem in den durch die Tuberkulose-Erkrankung vernarbten Bereichen der Lunge.

Weitere Lungenkrebs Ursachen:

Die Steigerung des Risikos bei vererbbaren Faktoren wird bei Rauchern erhöht.

 

Symptome bei Lungenkrebs

Da sich Lungenkrebs oft unbemerkt entwickelt, lassen sich Anzeichen oder Symptome meistens nicht vorzeitig, sondern erst im fortgeschrittenen Stadium erkennen. Folgende Beschwerden werden dabei angeführt:

  • Andauernder akuter Husten, der trotz medikamentöser Behandlung zwei bis drei Wochen bleibt
  • Chronischer, sich ständig verändernder Husten
  • Blutige und unblutige Sekrete
  • Pfeifende Atmung, Atemknappheit
  • Fieber und Nachtschweiß
  • Mattheit
  • Ungeplanter Gewichtsverlust
  • Heiserkeit
  • Schmerzen in Knochen und Brustbereich
  • Schluckbeschwerden

Diese Symptome sind nicht automatische Anzeichen für Lungenkrebs, sondern können auch bei Erkrankungen wie chronischer Bronchitis oder einer Lungenentzündung auftreten. Anzumerken ist, dass bei diesen Beschwerden ein Arztbesuch notwendig ist. Nehmen Sie die Symptome bei Lungenkrebs ernst.

 

Früherkennung und Vorsorge bei einem Bronchialkarzinom

Früherkennung von Bronchialkarzinomen

Eine frühzeitige Erkennung steigert die Heilungschancen des Krebses:

  • Über 60 Prozent der Erkrankten mit einem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs im Stadium I leben nach fünf Jahren noch
  • Allerdings leben Menschen mit metastasierten Tumoren weniger als zwei Jahre

Nachdem die Beschwerden der Krebserkrankung generell später auftreten, ist eine Diagnose im Frühstadium meist zufällig, und der Tumor befindet sich bei den meisten Patienten schon bei der Erstdiagnose in den Lymphknoten oder anderen Organen. Reguläre Vorsorgeuntersuchungen, Tests wie Blutuntersuchungen auf Tumormarker oder Sputum-Analysen (Auswurf beim Husten) sind nicht aussagekräftig genug. Ebenso bieten Screenings, beispielsweise die Röntgenuntersuchung der Lunge, keine besseren Ergebnisse.

Vorsorge von Lungenkarzinomen

 

Hauptrisikofaktor und Ursache für Bronchialkarzinomen:

Der Hauptrisikofaktor für Lungenkrebs ist ganz klar das Rauchen. Daher ist der größte Schutz, nicht zu rauchen oder es aufzugeben. Selbst nach dem Ausbruch der Krankheit ist es sinnvoll, das Rauchen aufzugeben, da Rauchen den Verlauf der Krankheit maßgeblich beeinflusst. Treffen Sie eine Vorsorge für Lungenkrebs und hören Sie mit Rauchen auf.

Schützen Sie sich vor einem Bronchialkarzinom

Eine gesunde Ernährung, aufgebaut auf Obst und Gemüse, ist ratsam, da Antioxidantien den Körper potenziell vor dem Ausbruch der Krankheit schützen können. Vorsorglich gesund ernähren und die Gefahr, an Lungenkrebs zu erkranken, reduzieren, lautet die Devise.

 

 

Diagnose Lungenkrebs - Prognose Lungenkrebs - Symptome Lungenkrebs

 

Diagnose Lungenkrebs

Sollte bei der Anamnese der Erstuntersuchung ein Verdacht auf Lungenkrebs erkennbar sein, werden weitere Untersuchungen angeschlossen. Dabei wird die Wahrscheinlichkeit von Tumoren/Metastasen, die Tumorart und das Stadium der Erkrankung untersucht. Bei Verdacht auf Lungenkrebs wird eine Vielzahl an Untersuchungen durchgeführt:

Nach der Verifizierung des Lungenkrebses werden Untersuchungen zur Verbreitung des Tumors, Befall der Lymphknoten und Abklärung der Entwicklung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) in weiteren Körperregionen vorgenommen. Die Computertomographie von Brustkorb und Bauchraum steht dabei im Vordergrund.

 

Krankheitsverlauf und Prognose 

Bösartige Lungentumore können mit fortschreitendem Wachstum den anderen Lungenflügel und/oder Lymphknoten und naheliegendes Gewebe befallen. Einzelne Krebszellen werden über Blut- und Lymphbahnen zu weiteren Organen und Geweben transportiert und bilden dort Tochtergeschwülste (Metastasen). Die Form des Lungenkrebses und das Stadium der Krankheit bestimmen die Weiterentwicklung und die Therapie der Krankheit.

Kleinzellige und nicht-kleinzellige Lungenkarzinome sind deutlich verschieden in ihrer feingeweblichen Struktur, und im Wachstums- und Ausbreitungsverhalten. Das schnell-wachsende kleinzellige Lungenkarzinom wandert schnell mittels Blutweg und Lymphbahnen in Lymphknoten, Lunge, Skelett, Knochenmark, Leber und Gehirn. Die nicht-kleinzelligen Lungenkarzinome entwickeln sich langsamer und metastasieren später. Spät erkannte Lungentumore können Jahre nach der Behandlung rückfällig werden und wieder in Lunge oder anderen Körperteilen auftreten (Rezidiv).

 

Kleinzellige Bronchialkarzinom

Das kleinzellige Bronchialkarzinom tritt weniger häufig auf als das nicht-kleinzellige, ist allerdings aggressiver. Aufgrund der rasanten Teilung der Krebszellen und des damit verbundenen raschen Wachstums des Tumors können Patienten ohne Therapie innerhalb von zwei bis vier Monaten sterben. Nachdem zusätzlich eher Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Körperregionen gebildet werden, sind Lebenserwartung und Heilungschancen in der Regel niedriger.

Das kleinzellige Bronchialkarzinom spricht vorerst gut auf die Chemotherapie an, und die Lebenserwartung kann damit ein wenig verlängert werden. Allerdings wird der Tumor nur eine gewisse Zeit im Wachstum gebremst und entwickelt sich danach explosiv weiter.

Nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinomen

Bösartige Lungentumore präsentieren sich meist als nicht-kleinzellige Bronchialkarzinome. Dabei differenzieren die Spezialisten unter verschiedenen zahlreichen Unterformen, die die gleichen Heilungschancen und Lebenserwartungen aufweisen. Nachdem bei nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinomen das Wachstum verzögert ist und auch Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Körperbereichen im fortgeschrittenen Krebsstadium auftreten, sind die Lebenserwartung und Heilungschancen generell etwas besser.

Bezüglich Überlebensrate gilt dasselbe wie beim kleinzelligen Lungenkrebs: Die Lebenserwartung und Heilungschancen werden reduziert, sobald sich der Tumor ausbreitet. Ist er aber kleiner als drei Zentimeter und die Lymphknoten nicht von Metastasen befallen, sind fünf Jahre nach der Diagnose noch 65 Prozent der Patienten am Leben. Mit der Bildung der ersten Metastasen verringert sich die 5-Jahres-Überlebensrate auf nur ein Prozent.

 

Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten

Therapiemöglichkeiten bei Lungenkrebs: Die Art des Lungenkrebses bestimmt die Wahl der Therapie: Ob er nicht-kleinzellig oder kleinzellig ist und in welchem Stadium seiner Entwicklung er sich befindet. Nachdem die Behandlung die Lungenfunktion beeinträchtigen kann, ist es notwendig, das Alter, den allgemeinen Gesundheitszustand, Vorerkrankungen der Lunge und des Herzens in Betracht zu ziehen.

 

Nicht-kleinzellige Lungenkarzinome werden sowohl örtlich mit lokal wirksamen (Operation, Strahlentherapie) als auch im gesamten Körper, also systemisch wirkende Therapien (Chemotherapie, zielgerichtete Therapie, Immuntherapie) behandelt. Meist werden die Behandlungsmethoden kombiniert angewandt.

Beim nichtkleinzelligen BC (NSCLC) unterscheidet man im Wesentlichen 3 histologische Subtypen:

  • Adeno-Ca (mit Neigung zu Fernmetastasierung)
  • Plattenepithel-Ca (PE-Ca) mit bevorzugter LK-Metastasierung
  • Großzelliges Ca.

Auch die Therapie des NSCLC erfolgt stadienabhängig. Bis zu einem Stadium IIIA (Tumorgröße bis 7cm), N2 (ipsilaterale= gleichseitige mediastinale LK ) kann potenziell radikal operiert werden, wobei ab T2 eine adjuvante Chemotherapie (in der Regel Carboplatin/Taxol) angeschlossen wird. In höheren Stadien erfolgt die möglichst simultane Radiochemotherapie.

Im metastasierten Stadium ist die molekularpathologische Differenzierung des Tumors  bez. sog.. Treibermutationen unerlässlich (EGFR, EML-ALK, ROS1, PD-L1, MET und weitere). Heutzutage nutzt man bevorzugt eine sog. Panel-Diagnostik, wobei eine Vielzahl an Genveränderungen  in einem Schritt untersucht wird. EGFR und EML-ALK sind die wichtigsten Genmutationen, da es zielgerichtete hocheffektive Medikamente dagegen gibt. Werden keine Treibermutationen gefunden , erfolgt die konventionelle zytotoxische Polychemotherapie, beim Adeno-Ca vorzugsweise Cisplatin/Pemetrexet (Alimta), ggf. in Kombination mit Avastin, beim PE-Ca. vorzugsweise Cisplatin/Gemcitabin. Beim PE-Ca. ist Avastin kontraindiziert. Eine VEGF-wirksame Alternative ohne Einschränkung wäre das Ramucirumab (Cyramaza) oder das Nintedanib (Vargatef) in Kombination mit Docetaxel. Speziell beim PE-NSCLC ist in erster Linie eine Kombination von Necitumumab(Portrazza), einem EGFR-Inhibitor, mit Cisplatin/Gemcitabin zugelassen. Weitere effektive Zytostatika sind Carboplatin, Taxane, Vinorelbin und andere.

Beim Vorliegen sog. Treibermutationen stehen bei der EGFR-Mutation

  • Gefitinib (Iressa)
  • Erlotinib (Tarveva) auch in Kombination mit Avastin
  • Afatinib (Giotrif)
  • Dacomitinib (Vizimbro)

zur Verfügung. Giotrif und Vizimbro haben einen speziellen Effekt auf die L858R-Mutation.

Alle diese Medikamente sind allerdings wenig effektiv bei der T790M-Mutation, die sich als sog. Resistenzmutation entwickeln kann. Hier durchbricht  Osimertinib (Tagrisso) allein die Resistenz, so dass nach neuer Studienlage der primäre Einsatz von Tagrisso empfohlen wird. Die T790M-Muation kann aus dem Blut durch sog. liquid biopsy bestimmt werden.

Bei der EML-ALK- Mutation stehen therapeutisch zur Verfügung:

  • Crizotinib (Xalkori)    1.Linie
  • Ceritinib (Zykadia)     2.Linie
  • Alectinib (Alecensa)  1+2.Linie
  • Brigatinib (Alunbrig)  2+3.Linie
  • Lorlatinib (Lorviqua)  2+3.Linie .

 

Eine weitere elementare Therapieschiene ist die Immun(chemo)therapie. Bei hoher PD-L1-Expression >50% erfolgt die alleinige Gabe von Pembrolizumab (Keytruda). Bei PD-L1-Expression 1-49%  gibt es verschiedene Alternativen, in der Regel in Kombination mit Chemotherapie  (Carboplatin/Taxan) :

  • Nivolumab (Opdivo) +/- Ipilimumab (Yervoy)
  • Pembrolizumab  (Keytruda)
  • Atezolizumab (Tecentriq) +/- Avastin
  • Durvalumab (Imfinzi) als Erhaltungstherapie nach Platintherapie im Std. III des NSCLC
  • Bei Opdivo besteht keine klare Korrelation zur PD-L1-Expression, so dass auch ein Einsatz
  • bei PD-L1 < 1% möglich ist.
  • Bei ca. 30% der Patienten führt die Immun(chemo)therapie mit Immunerhaltung zu einer Langzeitstabilisierung ( „tail of curve“)

Insbesondere bei jungen Pat. und Nichtrauchern sollte bei nicht auffindbarer Treibermutation eine Vorstellung im molekularen Tumorboard erfolgen, um nach seltenen Mutationen (NTRK, MET, RET, BRAF, PI3K ua) zu suchen, die selten noch eine target-Therapie ermöglichen.

Aufgrund der Komplexität der Therapie mit einer Vielzahl an therapeutischen Möglichkeiten mit teilweise lebensgefährlichen Nebenwirkungen sind hohe Ansprüche an das Fachwissen des Behandlers zu stellen.Empfehlenswert ist die Vorstellung im interdisziplinären Tumorboard.

Das kleinzellige Lungenkarzinom entwickelt sich im Gegensatz zum nicht-kleinzelligen Karzinom schnell und lässt frühzeitig Tochtergeschwülste in anderen Organen entstehen. Die Therapieformen werden individuell auf den Patienten, beruhend auf dem Krankheitsstadium, dem Alter, dem Allgemeinzustand und möglichen Vorerkrankungen abgestimmt. Die Forschung entwickelt sich stets weiter und es ist ratsam, Patienten in klinischen Studien zu behandeln.

Die Therapie des kleinzelligen BC (SCLC= small cell lung cancer) unterscheidet sich grundlegend von der Therapie des nichtkleinzelligen BC (NSCLC= non small cell lung cancer). Das kleinzellige BC ist gekennzeichnet durch eine schnelle Streuung, dh. frühe hämatogene Metastasierung und rasche Therapieresistenz mit kurzer Überlebenszeit. Die Stadieneinteilung erfolgt auch beim BC nach dem TNM-System:

  • T= Tumorgröße
  • N= LK-Befall
  • M= Metastasierung.

Das seltenere kleinzellige BC wird eingeteilt in ein limitiertes (limited disease) und ein expansives (extended disease) Stadium, in dem keine Operabilität mehr gegeben ist. Im -seltenen- limitierten Stadium T1 (bis 3cm ) und T2 (3-5cm) N0-1 ist noch eine primäre radikale OP möglich, wobei ab einer Tumorgröße von 3cm eine adjuvante Chemotherapie (in der Regel 6  Cyclen Carboplatin /Etoposid) angeschlossen wird. In den höheren Stadien T3 und T4 N0-1 wird eine möglichst simultane Radiochemotherapie vorgenommen, im speziellen Einzelfall mit einer nachfolgenden Resektion eines Residualtumors.

Bei der limitierten Erkrankung sollte eine prophylaktische Ganzhirnbestrahlung erfolgen. Im metastasierten Stadium greift die palliative Chemotherapie, in erster Linie Carboplatin/Etoposid, in zweiter Line das ACO/EpiCO-Protokoll. Eine neue Alternative bietet die Immunchemotherapie mit Atezolizumab (Trecentriq) in Kombination mit Chemotherapie. In der Regel spricht das kleinzellige BC initial gut auf die Chemotherapie an, nicht selten mit einer klinischen Vollremission. Nach wenigen Monaten aber rezidiviert die Erkrankung mit schlechter Chemosensibilität. Im metastasierten Stadium ist die Schädelbestrahlung abhängig von einem Tumorbefall.

 

Nachsorge und onkologische Reha

Sobald die Behandlung des Tumors beendet worden ist, startet die Nachsorgebehandlung. Ihr Ziel ist:

  • Die Rückkehr (Rezidiv) der Krebskrankheit zeitgerecht zu erkennen und zu behandeln
  • Weitere Nebenerkrankungen zu erkennen, behandeln und möglicherweise zu lindern

Nach der Entfernung der Tumore folgen routinemäßige Nachuntersuchungen, anfangs alle drei Monate, danach in Intervallen von sechs bzw. zwölf Monaten. Die Einhaltung der Termine ist unbedingt notwendig. Kontinuierliche Überprüfung gibt die Sicherheit, zeitgerecht Maßnahmen gegen neue Tumore sowie eventuelle Begleit- und Folgeerkrankungen einleiten zu können. Erst nach fünf Jahren ohne Rückfall können die Kontrollen in weiteren Abständen absolviert werden. Die Häufigkeit der Arztbesuche ist letztendlich von der Situation jedes Krebspatienten und dem Verlauf der Krebserkrankung abhängig.

Rehabilitation

Zur Verstärkung des Erholungs- und Genesungsprozesses wird nach dem Krankenhaus zu Anschlussheilbehandlungen oder Kuren in speziellen Nachsorgekliniken geraten. Alle Lungenkrebspatienten können eine Rehabilitation besuchen.

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Zuletzt geändert am: 11.05.2020
Lektor
Dr. med. Wolfgang Abenhardt
Dr. med. Wolfgang Abenhardt

Internistischer Onkologe

 

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