Menü
Expertensuche -  Krebs
Expertensuche
SGK-Telefon
SGK-Email

  

 

Metastasen bei Krebs

Metastasen sind Tumorabsiedlungen, fern vom Primärtumor, die meist die Eigenschaften des Primärtumors beibehalten. Je nach Lokalisation können Schmerzen entstehen.  Im Folgenden erhalten Sie Informationen zu der Entstehung, der Heilbarkeit, den Gefahren und Schmerzen.

 

Inhalt

 

Was sind Metastasen?

Metastasen (von griechisch metastasis= Wegzug, auch Tochtergeschwülste, lat. Filiae) sind Tumorabsiedlungen, fern vom Primärtumor, die aber in aller Regel die Eigenschaften des Primärtumors beibehalten. So behält zB. eine Lungenmetastase eines hormonrezeptor-positiven Brustkrebses seine Hormonrezeptoren und bleibt hormonempfindlich. Man spricht dann von einer Lungenmetastase des Brustkrebses. Selten zeigen die Metastasen allerdings eine Strukturänderung (sog. Metamorphose), so dass es – insbesondere nach längerem Intervall- sinnvoll sein kann, eine Metastase erneut zu biopsieren. Normalerweise bedeutet eine Metastasierung eine palliative Situation, das heißt Inkurabilität = Unheilbarkeit. 

 

Wie entsteht ein Tochtergeschwülst?

Durch Abschilferung vom Primärtumor lösen sich einzelneTumorzellen oder kleine Gruppen aus dem soliden Verbund und geraten passiv in die Zirkulation, entweder über das tumornahe Lymphsystem (sog. lymphogene Metastasen) oder hämatogen über die Durchblutung. Erfolgt eine Streuung in die lokalen Lymphknoten, spricht man von lokoregionärer Metastasierung, oft auch mit lokaler Hautbeteiligungvergesellschaftet. Kommt es zu einem sog. Lokalrezidiv (Wiederauftreten an derselben Stelle), spricht man nicht von Metastasierung.

 

Metastasen (bei Krebs)

 

Wie lange dauert es bis ein Krebs streut?

Je bösartiger und undifferenzierter ein Tumor ist, desto lockerer ist seine Gewebsstruktur und desto höher ist seine Blutgefäßversorgung, so dass einzelne Zellen früh in der Entwicklung weggeschwemmt werden. Das heißt, je bösartiger ein Tumor ist, desto früher erfolgt eine Metastasierung. Das kann beim undifferenzierten Brustkrebs bereits nach wenigen Wochen, sonst eher nach einigen Jahren erfolgen. Extrem schnell metastasieren kleinzellige Bronchialkarzinome, in der Regel mit Hirnbeteiligung. 

Die fortgeschwemmten, sog. zirkulierenden Tumorzellen bleiben passiv in sog. Filterorganen hängen, vor allem in Lungen, Leber, Knochenmark und Skelett, Gehirn, so dass diese die typischen Metastasenorgane darstellen. Typisch für Brust -und Lungenkrebs sind Metastasen in Lungen und Skelett, während intestinale (Darm) Tumore in der Regel in die Leber streuen. Selten findet eine sog. atypische Metastasierung in anderen Organen statt, zB. Milz, Haut, SD, Nebennieren und Nieren.

 

Wie gefährlich sind Metastasen? Sind Metastasen immer tödlich?

In der Regel stirbt der Patient nicht an seinem Primärtumor, sondern an den-teilweise explosiven- Metastasen, vor allem in lebenswichtigen Organen wie Leber und Gehirn. Allerdings sind -im Gegensatz zu sog. viszeralen Metastasen in Leber und Lungen- periphere Herde z.B. im Skelett nicht tödlich.

 

Hat man Schmerzen bei Metastasen? 

Metastasen verursachen je nach Lokalisation Schmerzen. Z.B. kann eine osteodestruktive Skelettmetastase in der Wirbelsäule oder in Extremitätenknochen (bei Periostbeteiligung) unerträgliche Schmerzen hervorrufen. Kommt es durch eine Skelettmetastase zu einer pathologischen Fraktur, drohen Querschnittslähmung in der Wirbelsäule oder Immobilität, so dass die pathologische Fraktur primär operativ stabilisiert werden muss. Metastasen in Lungen und Leber sind nur dann schmerzhaft, wenn es zu Pleura- oder Peritoneumbeteiligung (Kapselspannung der Leber) kommt. Hautmetastasen können sehr schmerzhaft sein und ulzerieren.  Metastasen mit Nervenbeteiliging (Infiltration oder Verdrängung) verursachen sog. neuropathische Schmerzen mit hohem Bedarf an Schmerzmitteln. 

 

Sind Krebs Metastasen heilbar?

Eine wirksame Hormon -oder Chemotherapie wirkt nicht nur auf den Primärtumor, sondern -meistens sogar ausgeprägter- auf die Metastasen, so dass nicht selten Vollremissionen mit verschwinden jeglicher Tumorlokalisation erreicht werden können. Bei teilweiser Rückbildung spricht man von Partialremission. Wenn nur wenige (bis zu 5) Metastasen in einem Organ (zB solitäre Lebermetastase beim Darmtumor) präsent sind (sog. Oligometastasierung), kann man versuchen, bei der Operation des Primärtumors auch synchron die Metastase zu entfernen. Eine andere Option ist es, durch Strahlen- oder Chemotherapie die Tumormasse zu reduzieren und den Resttumor operativ zu entfernen (sog. neoadjuvante Therapie). In den Lungen kann man bis zu 30 Herde operativ entfernen. Bei sog. disseminierter Metastasierung ist eine diffuse Streuung in viele Organe erfolgt; hier bleibt nur die systemische Chemotherapie als Option. 

Bei der sog. adjuvanten Chemotherapie ist klinisch keine Metastasierung nachzuweisen, allerdings geht man von einer sog. okkulten Streuung aus und versucht, mit der systemischen Chemotherapie zirkulierende Tumorzellen („böse Saat“) abzutöten bzw. eine Organmanifestation zu verhindern. Die dazu benötigte Zeit beträgt ca. 6 Monate. 

 

Können Metastasen von selbst verschwinden?

Sog. Spontanremissionen der Metastasen sind extrem selten. Vielmehr wird durch Stärkung des Immunsystems (sog. Immuntherapie) versucht, Metastasen zu vermeiden bzw. zu stabilisieren, was mit modernen Regimen teilweise über viele Jahre gelingt.

    

Finden Sie Ihren Experten

 

 

KONTAKT
Logo - sgk stärker gegen Krebs
Stärker gegen Krebs
Auenstraße 110
80469 München
Bitte beachten Nachricht wird per Email übermittelt. Der Email Verkehr erfolgt unverschlüsselt und könnte von Dritten mitgelesen werden.

 

 

Zuletzt geändert am: 07.07.2020
Beitrag jetzt teilen
Unser Angebot erfüllt die afgis-Transparenzkriterien. Das afgis-Logo steht für hochwertige Gesundheitsinformationen im Internet.