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Sonnenschutz während und nach einer Krebsbehandlung

 

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Sonnenempfindlichere Haut während und nach einer Krebsbehandlung

Während und nach einer Krebstherapie sollten Sie sehr vorsichtig im Umgang mit der Sonne sein, da Ihre Haut äußerst empfindlich ist. Sie kann schneller und intensiver auf Sonneneinstrahlung reagieren als Sie das bisher gewohnt waren – besonders, wenn sie durch die Chemo- oder Strahlenbehandlung bereits in Mitleidenschaft gezogen ist. Die Haut kann sich z. B. rasch röten, jucken oder brennen und es kann sich oft ungewohnt schnell ein starker Sonnenbrand bilden – auch wenn Sie sich nur kurz in der Sonne aufhalten, wenn diese nur leicht scheint oder von Wolken verdeckt ist.

Nach einer Operation:
Vor allem frische Operationsnarben sind sehr empfindlich und müssen vor Sonneneinstrahlung geschützt werden. 

Während und nach einer Strahlenbehandlung:
Bestrahlte Haut ist generell (licht)empfindlicher – meist bleibt sie dies sogar dauerhaft.

Während und nach einer Chemotherapie:
Einige Zytostatika (z. B. Doxorubicin, 5-Fluorouracil, Hydroxyurea oder Vinblastin und andere) wirken „photosensibilisierend“, d. h. sie können die Lichtempfindlichkeit der Haut stark erhöhen. Ihr Arzt bzw. Ärztin wird Sie beraten, ob das bei Ihrem Chemotherapie-Medikament der Fall ist, ob Sie während der Behandlung mit einem potentiell photosensibilisierenden Medikament (und evtl. sogar noch einige Zeit danach) die Sonne generell meiden sollten und ab wann Sie diese wieder geschützt genießen können.

 

 

Sonnenschutzprodukte

Generell unterscheidet man Sonnenschutzprodukte mit chemischen oder physikalischen/mineralischen Filtern (z. B. Titandioxid).

Für Krebspatienten und Krebspatientinnen wird oft ein UV-Schutz mit einer Kombination aus physikalischen und chemischen Lichtschutzfiltern mit einem hohen Faktor empfohlen, der vor UVA- und UVB-Strahlen schützt. Sinnvoll ist es, wenn das Produkt zudem Antioxidantien (wie Vitamin C und E) enthält, um die Haut vor Infrarotstrahlung zu schützen, die die Haut ebenso schädigen kann. Auch eine entsprechende Lippenpflege mit Sonnenschutz sollte verwendet werden.

Ihr:e zertifizierte:r onkologische:r Hautpflegespezialist:in kann Ihnen die verschiedenen Filter und deren Wirkungsweise erklären und Sie zu Produkten beraten, die für Sie gut geeignet und bei einer guten UVA- und UVA-Schutzwirkung auch frei von ungünstigen Inhaltsstoffen und  bestimmten „umstrittenen“ Filtern sind.  Optimal ist es, wenn in Ihrem Sonnenschutzprodukt auch pflegende Wirkstoffe enthalten sind.

Einige Haut-/Gesichtspflegeprodukte oder Make-ups enthalten bereits einen leichten Lichtschutzfaktor. Dieser ist sicher für den Alltag sinnvoll, jedoch nicht ausreichend, wenn Sie sich länger direkt in der Sonne aufhalten. Wenn Sie auf Ihre täglichen gewohnten Produkte nicht verzichten möchten, können Sie z. B. auch auf Sonnenschutzprodukte mit einem hohen LSF zurückgreifen, die zum Auftragen unter Ihre tägliche Gesichtscreme oder Ihr Make-up geeignet sind.

 

After sun

Tun Sie Ihrer Haut etwas Gutes und pflegen Sie sie gut, wenn sie der Sonne ausgesetzt war. Da die Haut unter Sonneneinstrahlung oft trocken wird, kann ein passendes Pflegeprodukt wieder Feuchtigkeit zuführen und bei einer leichten Rötung oder einem leichten Sonnenbrand mit den passenden Wirkstoffen auch kühlen und beruhigen. Legen Sie auch hier Wert auf hochwertige Produkte, deren Inhaltsstoffe auf Sie und Ihre Hautbedürfnisse abgestimmt sind.

 

Worauf Sie sonst noch achten sollten

  • Schützen Sie auch Ihre Augen und tragen Sie eine Sonnenbrille mit UV-A- und UV-B-Schutz.
  • UVA-Strahlen werden durch Fensterglas nicht komplett abgefangen – bedenken Sie dies z. B. bei Autofahren und schützen Sie Ihre Haut entsprechend.
  • Die Lippen werden beim Sonnenschutz häufig vergessen! Verwenden Sie auch hier ein Pflegeprodukt mit einem Lichtschutzfaktor.
  • Tragen Sie Ihr Sonnenschutzprodukt nicht zu sparsam auf.
  • Ein Sonnenhut oder ein Tuch kann Ihre empfindliche Kopfhaut vor Sonnenschäden bewahren.
  • Sonnencreme nicht erst auftragen, wenn Sie bereits in der Sonne sind, sondern schon einige Zeit vorher.
  • Beim Eincremen auch an Nase, Ohren, Füße, Stirn und Hals denken und evtl. haarfreie Stellen am Kopf nicht vergessen.
  • Ziehen Sie schattige Ecken einem Platz mit direkter Sonneneinstrahlung vor.
  • Vermeiden Sie Aufenthalte im Freien zu den Uhrzeiten, an denen die Sonne am stärksten scheint.

      

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Zuletzt geändert am: 31.05.2021
Autor
Expertengremium onkologische Fußpflege und Kosmetik

Hauptautorin: Heike Weigand - Arzthelferin/Medizinische Fachangestellte und Kosmetikerin, Visagistin und Spezialistin für onkologische Hautpflege 

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Streker, M. o. D.. Schulungsunterlagen. https://www.tk.de/resource/blob/2105136/f02c9fd2b563cca344f076923bb0ba02/hautreport-hautkrebs-data.pdf; Augustin, M. & Glaeske, G. 2019. Hautkrebsreport, Übersicht über Epidemiologie, Versorgung und Prävention . https://www.tk.de/resource/blob/2105136/f02c9fd2b563cca344f076923bb0ba02/hautreport-hautkrebs-data.pdf; Letzter Abruf:15.05.2021 Altmeyer, P. 11.02.2020. Lichtschutz. In:Altmeyers Enzyklopädie . https://www.altmeyers.org/de/dermatologie/lichtschutz-53; Letzter Abruf:31.05.2021 Altmeyer, P. 12.02.2020. Lichtschutzmittel. In:Altmeyers Enzyklopädie . https://www.altmeyers.org/de/dermatologie/lichtschutz-53; Letzter Abruf:31.05.2021 Deutsches Krebsforschungszentrum 21.03.2018. Bestrahlung bei Krebs: Häufige Fragen zur Strahlentherapie und Nuklearmedizin. In:DKFZ. https://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/strahlentherapie-nuklearmedizin/ueberblick.php; Letzter Abruf:31.05.2021 Deutsches Krebsforschungszentrum 04. 08.2016. Während der Krebstherapie in die Sonne: Was kann man Patienten raten?. In:DKFZ. https://www.krebsinformationsdienst.de/fachkreise/nachrichten/2016/fk23-phototoxizitaet-bei-krebspatienten.php; Letzter Abruf:31.05.2021

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