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Osteoporose bei Krebs

Was ist Osteoporose? Wieso tritt Osteoporose während der Krebstherapie auf? Was kann man dagegen machen? Regelmäßiges Training hilft dabei, Osteoporose zu lindern, die Körperhaltung zu verbessern und somit die Wirbelgelenke zu entlasten.

 

Inhalt

 

Was ist Osteoporose?

Osteoporose ist eine Erkrankung des gesamten Skelettsystems. Durch eine Abnahme der Knochenmasse, -struktur und -funktion liegt beim Krebspatienten eine erhöhte Frakturgefahr vor. Es ist nicht selten, dass es während einer Krebstherapie zu einer Osteoporose kommt.

 

Welche Ursachen hat Osteoporose während einer Krebstherapie?

Es gibt verschiedene Gründe, die bei einer Krebserkrankung die Knochen in Mitleidenschaft ziehen können:

  • Knochenmetastasen oder Knochenkrebs (Osteosarkom) 
  • Strahlentherapie (am Knochen): Durch die Strahlenbelastung erfolgt oftmals eine Schädigung des Knochens.
  • Mangelernährung
  • Cortison über längere Zeit
  • Bettlägerigkeit (fehlende Bewegung und Beweglichkeit): 
  • Krebsmedikamente (Wirkstoffe): Eine Nebenwirkung der Wirkstoffe kann Gewebeschwund am Skelett sein (Rarefizierung)

 

Osteoporose! Abnahme der Knochenmasse, -struktur und -funktion bei Krebs lindern.  Verringern Sie selbst durch Sport, Bewegung und körperliche Aktivität Ihre Nebenwirkungen der Krebstherapie. Tipps und Hilfestellungen

 

Was kann man selbst gegen Osteoporose tun?

Bewegung und Sport

Krebspatienten sollten auf ein individuell ausgerichtetes Krafttraining achten, bei dem mindestens zweimal pro Woche die Hauptmuskelgruppen, also Rumpf, Beine, Schultergürtel sowie Arme trainiert werden. Dabei kann auch nach den genannten Muskelgruppen abgewechselt werden. Hier ist es besonders effektiv, mit Hantel und / oder Kraftmaschinen zu arbeiten, da der ausgeübte Zug positive Effekte auf den Knochenstoffwechsel hat und somit einen weiteren Abbau von Knochenmasse verhindert. Alternativ kann auch mit dem eigenen Körpergewicht trainiert werden, dieses wirkt ebenfalls als effizienter Widerstand.

Ernährung

Ernähren Sie sich gesund. Vor allem ist auf die Aufnahme von Calcium, Vitamin D und Vitamin K zu achten. Falls Sie unter einer Mangelernährung leiden, lassen Sie sich von einen Ernährungstherapeuten individuell beraten.

 

Osteoporose lindern: Sport und Bewegung

Regelmäßiges Training hilft dabei, Osteoporose zu lindern, die Körperhaltung zu verbessern und somit die Wirbelgelenke zu entlasten. In Ergänzung kann Ausdauertraining mit moderater Intensität durchgeführt werden, um die allgemeine Kondition zu verbessern. Dies unterstützt die Widerstandsfähigkeit gegen Ermüdungserscheinungen (Fatigue). In Verbindung mit Kraft- und Koordinationstraining kann dabei Verletzungs- und Sturzrisiko gesenkt werden.

Regelmäßiges Training für Osteoporosepatienten führt zu einer Vielzahl positiver Effekte:

  • Stärkung der Motorik: verbesserte und trainierte Bewegungsabläufe unterstützen Beweglichkeit und Bewegungsfähigkeit im Alltag.
  • Geringeres Sturzrisiko: Eine geschulte Balance und Beweglichkeit reduziert das Risiko, zu stürzen und Verletzungen zu erleiden.
  • Haltung: Das gezielte Training anhand eines festgelegten Plans kann Fehlhaltungen korrigieren, Muskeln und somit den gesamten Rumpf stärken und damit eine gesunde Haltung fördern.
  • Beweglichkeit: Regelmäßiges Dehnen, Koordinations- und Krafttraining mit maximaler Bewegungsamplitude erhöhen die Beweglichkeit und führen zu einem verbesserten Körpergefühl.

 

Spezifische Kontraindikationen bei Osteoporose

  • Bei Osteoporose kann das Bewegungstraining nicht durchgeführt werden, wenn akute Frakturen vorliegen.
  • Durch das Training nicht belastet werden sollen Körperstellen, an denen eine akute Gefahr für Knochenbrüche besteht.

Empfohlene Therapiedauer bei Osteoporose

Eine Trainingseinheit erstreckt sich auf 45 bis 60 Minuten (möglichst dauerhaft). Sport und Bewegung sollte  Teil Ihres Alltags werden.

Osteopenie (verminderte Knochendichte)

  • Zu Beginn der Bewegungstherapie können zweimal wöchentlich Trainingseinheiten in 2 bis 3 Sätzen zu je 6 bis 8 Übungen bei höheren Gewichten absolviert werden.
  • Anschließend kann das Training auf 2 bis 3 Einheiten pro Woche gesteigert werden, die jeweils 2 bis 3 Sätze mit 6 bis 8 Übungen mit höheren Gewichten sowie eine Pause umfassen.
  • Vibrationstraining kann durchgeführt werden, sofern die Frequenzen niedrig gehalten werden.

Leichte Osteoporose

  • Krebspatienten mit leichter Osteoporose können ein Kraftausdauertraining absolvieren mit anfangs zwei wöchentlichen Trainingseinheiten unter leichter bis mittlerer Anstrengung.
  • Darüber hinaus kann auch ein Vibrationstraining durchgeführt werden, sofern die Frequenzen niedrig gehalten werden.

Mittelschwere bis schwere Osteoporose (mit Frakturen)

  • Auch Krebspatienten mit mittelschwerer bis schwerer Osteoporose können eine Bewegungstherapie absolvieren. Hier sollte in zwei wöchentlichen Trainingseinheiten ein Übungsprogramm mit isometrischen Kräftigungsübungen durchgeführt werden. Teil des Trainings sind außerdem Gleichgewichtsschulungen und Impacts.
  • Auf ein Vibrationstraining sollte aufgrund der Gefahr für Knochenbrüche verzichtet werden.

Zusätzliches Impact-Training bei Osteopenie

Bei Osteopenie und Osteoporose mit Knochenmetastasen kann ein zusätzliches Impact-Training durchgeführt werden, unabhängig davon, ob eine Frakturgefahr besteht oder nicht:

  • Bei Osteopenie und leichter Osteoporose kann dieses Training in einer hohen Intensität absolviert werden. Eine geeignete Bewegungsform sind hierbei Sprünge aus 30 cm Höhe und mehr.
  • Bei leichter und mittelschwerer Osteoporose sollte die Intensität des Trainings moderat ausfallen. Geeignete Bewegungsformen sind Springen und Hüpfen sowohl beidbeinig als auch auf einem Bein.
  • Bei schwerer Osteoporose liegt eine Frakturgefahr vor, daher muss das Impact-Training in niedriger Intensität absolviert werden. Hierfür eignen sich am besten die Bewegungsformen Spaziergänge, Treppenabsteigen, Klatschen und auf der Stelle marschieren.

Ausdauertraining bei Osteoporose

  • Das Ausdauertraining kann bei Osteopenie und Osteoporose in einer mittleren Intensität absolviert werden. Geeignet sind hierfür Bewegungsformen wie Spaziergänge und Walking.

Verhaltenstipps bei Osteoporose

  • Vermeiden Sie Drehbewegungen und starke Erschütterungen.
  • Achten Sie auf ausreichende körperliche Bewegung und Belastungen.
  • Achten Sie auf eine optimierte Ernährung, um das Fortschreiten der Osteoporose zu vermeiden.

 

   

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Zuletzt geändert am: 13.10.2020
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