Ernährungsoptimierung bei Krebs

Ernährungstipps bei Krebs: Was bedeutet Ernährungsoptimierung? Wie sieht eine empfehlenswerte Ernährung aus? Was können Sie ändern?

Auf einen Blick

  • Ziel einer Optimierung ist eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung

  • Die Ernährung sollte Ihren Körper mit allen wichtigen Nährstoffen und ausreichend Energie versorgen

  • Beratung und Hilfe bei der Ernährungsoptimierung durch qualifizierte Ernährungsberater

Hinweis: Die Informationen dieses Fachtextes können und sollen eine ärztliche Meinung nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Was bedeutet Ernährungsoptimierung?

Eine Optimierung kann z.B. bedeuten, dass Sie mehr Eiweiß und / oder mehr Obst und Gemüse am Tag essen sollten. Dabei ist es jedoch wichtig, dass Ihre persönlichen Vorlieben und Gewohnheiten berücksichtigt werden.

Sie sollten Ihre Essensgewohnheiten überdenken und überlegen, was Sie ändern können. Ausgewogenes, gesundes Essen, das Ihnen schmeckt, steht in keinerlei Widerspruch zu einer optimierten Ernährung bei Krebs. Wenn Sie dabei Unterstützung benötigen, können Sie sich dazu von einer Ernährungsfachkraft beraten lassen.

Welche Rolle spielt die Ernährung bei Krebs?

Eine ausgewogene und wohltuende Ernährung ist bei einer Krebserkrankung zu empfehlen. Dabei ist es wichtig, einige Grundsätze zu beachten.  Wichtig ist, dass Ihre Ernährung bei Krebs zum einen Ihre Wünsche und Vorlieben (falls möglich) berücksichtigt und individuell auf Ihre derzeitige gesundheitliche Situation abgestimmt ist. Die Ernährung dient dazu, Ihrem Körper alle wichtigen Nährstoffe und ausreichend Energie zu geben, um ihn beim Abwehrkampf gegen den Krebs zu unterstützen. Jedoch ist es auf keinen Fall empfehlenswert, eine der vielen Krebsdiäten zu machen!

Die moderne „westliche“ Ernährung ist gekennzeichnet durch viel Fett, Zucker, übermäßigen Salzverzehr, Fastfood- und Convenience-Produkte (Döner, Pizza, Bratwurst, Hamburger, fetthaltige Backwaren, Pommes etc.), Alkohol sowie wenige pflanzliche Lebensmittel und Ballaststoffe. Diese Ernährungsweise begünstigt das Auftreten vieler Krebserkrankungen sowie zahlreicher anderer Erkrankungen.

Achtung: Sollten Sie Veränderungen bei Ihren Ernährungsgewohnheiten feststellen oder Probleme bei der Ernährungsumstellung haben, wenden Sie sich frühzeitig an eine Ernährungsfachkraft. Viele Berater bieten Beratungsgespräche auch online und telefonisch an.

Wie kann ich meine Ernährung optimieren?

Eine empfehlenswerte Ernährung für Krebspatienten sieht sehr variabel aus. Sie passt sich individuellen Vorlieben an und zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • Essen Sie möglichst viele pflanzliche Lebensmittel (Obst, Gemüse), am besten zu jeder Mahlzeit (fünf am Tag).
  • Essen Sie vielseitig, dabei auch ausreichend Getreideprodukte und Kartoffeln.
  • Verzehren Sie, wenn möglich Vollkornprodukte, Vollkornreis und Vollkornnudeln anstatt Weißbrot etc. Dadurch erhalten Sie eine gute Versorgung mit Ballaststoffen.
  • Essen Sie regelmäßig Fisch: ein- bis zweimal pro Woche, davon wenigstens einmal fettreiche Sorten, wie Lachs, Hering oder Makrele. Fische liefern günstige Fette und Eiweiß.
  • Schränken Sie den Verzehr von Fleisch ein (vor allem Fleischprodukte wie Wurstwaren). Geflügel ist generell günstiger als rotes Fleisch von Rind, Schwein und Lamm. Bedachtsamer Fleischverzehr trägt zur ausreichenden Eiweiß- und Nährstoffversorgung bei.
  • Da Süßwaren und Knabbereien häufig viel Fett und / oder Zucker enthalten, sollten sie in Maßen verzehrt werden.
  • Bevorzugen Sie pflanzliche Fette, wie z.B. Rapsöl, Olivenöl und Leinöl, bei der Zubereitung von Speisen.
  • Trinken Sie ausreichend, mindestens 1,5 Liter am Tag. Trinken Sie zuckerhaltige Getränke in Maßen, da sie häufig Fruchtaromen und Zucker enthalten. Bevorzugen Sie daher Wasser, Tees und Saftschorlen sowie Kaffee.
  • Schränken Sie Ihren Alkoholkonsum ein. Ein gelegentliches Gläschen dürfen Sie aber genießen, nach Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt.
  • Um wertvolle Inhaltsstoffe zu erhalten, bereiten Sie Ihr Essen schonend zu.
  • Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln empfiehlt sich nur bei diagnostizierten Mängeln. Sprechen Sie dies vorher mit Ihrem Arzt ab.
  • Achten Sie auf Ihr Gewicht. Sollte sich Ihr Körpergewicht während der Therapie verändern, sagen Sie Ihrem behandelnden Arzt Bescheid. Eine Gewichtskontrolle einmal in der Woche kann Ihnen helfen, Ihr Gewicht im Auge zu behalten.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig. Mehr dazu erfahren Sie im Bereich Trainings- und Bewegungstherapie.

Vegetarische und vegane Ernährung bei Krebs

Während der Chemotherapie eingenommenen Zytostatika führen oft zu Geschmacks- und Geruchsveränderungen und das Essen, was vor der Erkrankung gerne verzehrt wurde, schmeckt nicht mehr. Diese Abneigung richtet sich vor allem gegen eiweißreiche Lebensmittel (Fleisch und Fleischprodukte, Wurst, Fisch), denn ihr Geschmack wird oft als metallisch oder bitter wahrgenommen.
So kann bereits das bloße Riechen tierischer Lebensmittel zu Übelkeit führen, weswegen sie nicht mehr verzehrt werden.

Um eine verminderte Nahrungsaufnahme zu umgehen, ist es ratsam, die Ernährung bei Krebs vegetarisch oder vegan gestalten.

Die ovo-lacto-vegetabile Kostform ist von den vegetarischen Kostformen am weitesten verbreitet. Sie ist pflanzenbetont, jedoch werden auch Eier („Ovo“) sowie Milch- und Milchprodukte („Lacto“) gegessen.

Bei der rein veganen Ernährung verzichtet man auf alle Lebensmittel tierischen Ursprungs und verzehrt ausschließlich pflanzliche Nahrungsmittel.
 

Der Fokus bei vegetarischer und veganer Ernährung liegt auf viel Obst und Gemüse, Getreideprodukten, Nüssen und Samen.
Auch ohne Fleisch, Fisch und Wurst können beide Ernährungsformen bedarfs- und bedürfnisdeckend sein, wenn die Lebensmittel vollwertig und ausgewogen zusammengestellt werden.

Wenn keine ärztliche Verordnung vorliegt, entsprechen die Empfehlungen für Vitamine und Spurenelemente denen für gesunde Menschen.

Um Mangelzustände zu vermeiden, sollte die Ernährung bei Krebs immer in Absprache mit einer zertifizierten Ernährungsfachkraft gestaltet werden. Sie berät Sie dahingehend, dass alle wichtigen Nährstoffe, wie Eiweiß, Calcium, Eisen, Jod, Vitamin B12, Zink und Selen gedeckt sind. Verbotene Lebensmittel bei Krebs gibt es nicht.

Die folgende Übersicht stellt geeignete vegetarische und vegane Lebensmittel vor, um den Bedarf an Makro- und Mikronährstoffen sicherzustellen.

Geeignete vegetarische und vegane Lebensmittel

  • Eiweißhaltige Lebensmittel: Milchprodukte, Eier, Hülsenfrüchte (Soja, Linsen, Erbsen), Getreideprodukte (Brot, Nudeln)
  • Calciumhaltige Lebensmittel: Milchprodukte, Gemüse (Brokkoli, Grünkohl, Rucola), calciumreiche Mineralwässer (mehr als 150 mg pro 1 l), Nüsse (Haselnüsse, Paranüsse)
  • Eisenhaltige Lebensmittel: Hülsenfrüchte (Kichererbsen, Sojabohnen, Linsen), Gemüse und Kräuter (Rote Bete, Spinat, Petersilie) Getreideprodukte aus Vollkorn (Haferflocken, Nudeln, Brot), Nüsse und Samen (Kürbiskerne, Leinsamen, Sesamsamen)

  • Jodhaltige Lebensmittel: Milchprodukte, Eier, Gemüse (Spinat, Brokkoli), Kürbiskerne, jodiertes Speisesalz, Algen

  • Zinkhaltige Lebensmittel: Käse, Milch, Eier, Nüsse (Cashewnüsse, Pekannüsse), Roggen- und Weizenkeimlinge

  • Selenhaltige Lebensmittel: Eier, Gemüse (Brokkoli, Weißkohl, Pilze, Zwiebeln), Hülsenfrüchte (Linsen), Getreideprodukte, Paranüsse

  • Vitamin B12 in Lebensmitteln: Milchprodukte, Eier, angereicherte Milchersatzprodukte, Nori-Algen, Sauerkraut (enthält Spuren)


Ein weiteres Problem bei der Ernährung bei Krebs kann sein, dass zubereitete Speisen oft als zu salzig, sauer, bitter oder zu süß wahrgenommen. Auch das kann zu einer verminderten Nahrungsaufnahme führen. Verzichten Sie in diesem Fall auf kräftige Gewürze und zu viel Salz und Zucker. Verwenden Sie stattdessen milde Kräuter zum Verfeinern Ihrer Gerichte.

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Zuletzt geändert am: 10.01.2023
Autor
Expertengremium Ernährung

Hauptautorin: Eva Kerschbaum - M. Sc. Ernährungswissenschaften, Ernährungsberaterin/ DGE 

Beratungsstelle für Ernährung am Tumorzentrum München

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