Nach der Chemotherapie

Nach der Chemotherapie ist es wichtig zu wissen: wie lange dauert es bis die Chemotherapie aus dem Körper ist? Ist man nach der Chemotherapie geheilt? Und wie geht es nach der Chemotherapie weiter?

Auf einen Blick

  • Eine Chemotherapie wird innerhalb von Stunden bis zu wenigen Tagen vom Körper abgebaut
  • Die Heilungschancen bei einer Chemotherapie hängen vom Behandlungsziel und vielen weiteren Faktoren ab
  • Nach der Chemotherapie findet eine Nachsorge statt. Dies ist wichtig, um Therapie- und Krankheitsfolgen zu erfassen und zu behandeln. Zudem kann ein möglicher Rückfall früh erkannt werden
  • Die Nachsorge ist je nach Art der Krebserkrankung unterschiedlich strukturiert

Hinweis: Die Informationen dieses Fachtextes können und sollen eine ärztliche Meinung nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Wie lange dauert es, bis die Chemo aus dem Körper ist?

In der Regel werden Zytostatika innerhalb von Stunden bis zu wenigen Tagen durch den Körper abgebaut. Das geschieht durch die Nieren, die Leber und den Darm. Das bedeutet, dass die Medikamente nach dieser Zeit pharmakologisch nicht mehr im Körper nachweisbar sind.

Ihre Wirkung, also die nachhaltige Schädigung von sich teilenden Zellen an einzelnen Geweben, hält länger an. Daher können Nebenwirkungen der Therapie trotzdem noch länger bestehen. Sie können einige Wochen oder Monate anhalten, denn der Körper muss sich erst langsam erholen. Bestehen die Nebenwirkungen länger, spricht man von Langzeitfolgen.

Vorsicht bei Detox-Programmen nach Chemotherapie

Im Internet liest man teilweise von Detox-Programmen, die entgiften, entsäuern oder ausleiten sollen. Ihr Nutzen ist bisher in klinischen Studien allerdings nicht belegt. Daher ist Vorsicht geboten, weil einiges den Körper zusätzlich schwächen kann, wie Fasten oder Entwässern. Ihr Körper leistet in dieser Zeit viel - belasten Sie ihn deshalb nicht zusätzlich. Halten Sie am besten Rücksprache mit einem Experten, wie Ihrem Arzt oder einem Ernährungsberater.

Ist man nach der Chemotherapie geheilt?

Das ist das Ziel, es hängt aber von sehr vielen verschiedenen Faktoren ab: z.B. wie spricht der Tumor auf die Therapie an? In welchem Behandlungskonzept wird die Chemotherapie eingesetzt (als alleinige Therapie, in Kombination mit anderen Behandlungen, adjuvant, neoadjuvant)? In welchem Stadium befindet sich die Krankheit? Wie wird die Chemotherapie vertragen?

Deshalb lässt sich keine eindeutige Antwort auf diese Frage geben. Hier ist der Austausch mit dem Arzt wichtig, der Fragen zum Behandlungsplan, zum Fortschritt und zu aktuellen Untersuchungsergebnissen beantworten kann.

Achtung: Wenn Sie unsicher sind, zu welchem Zweck bei Ihnen eine Chemotherapie gemacht wird, fragen Sie bei Ihrem Arzt noch einmal nach. Er oder sie hat einen Behandlungsplan für Sie aufgestellt. So können Sie Ihre Erwartungen anpassen, denn der Erfolg der Behandlung hängt vom gesteckten Ziel ab.

Wie geht es nach der Chemotherapie weiter?

Das weitere Vorgehen nach einer Chemotherapie hängt von dem individuellen Behandlungsplan ab. Es können nach der Chemotherapie noch weitere Therapieverfahren, wie Operation und Nachbestrahlung, folgen.

Nach Abschluss der Krebsbehandlung beginnt die Nachsorge. Sie dient zum einen dazu, zu überprüfen, ob die Therapie auch langfristig erfolgreich war und um einen möglichen Rückfall frühzeitig zu erkennen. Zum anderen sollen auch Krankheits- oder Therapiefolgen erfasst und behandelt werden.

Die Nachsorge ist in der Regel strukturiert, das bedeutet, das festgelegt ist, welche Termine in welchen Zeiträumen empfehlenswert sind. Sie unterscheidet sich jedoch zwischen den einzelnen Krebserkrankungen zum Teil erheblich. Nach Abschluss der Krebstherapie wird diese Struktur jedoch ausführlich mit dem Patienten besprochen. Als Faustregel für die Dauer der Nachsorge gelten 5 Jahre, jedoch sind deutlich längere und kürzere Zeiträume möglich. In einem Nachsorgepass werden wichtige Nachsorgetermine und Untersuchungen festgehalten. So können Patienten eine bessere Übersicht behalten.

Bei einem Nachsorgetermin bespricht der Arzt mit dem Patienten aktuelle Beschwerden, macht eine körperliche Untersuchung und überprüft Laborwerte. Es können auch zusätzliche Untersuchungen erfolgen, wie bildgebende Verfahren (Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT), Ultraschall) oder weitere spezifische Blutuntersuchungen.

Achtung: klären Sie beim Abschlussgespräch, wer die Nachsorge macht: die Klinikambulanz? Eine Facharztpraxis? Der Hausarzt sollte auf jeden Fall in das Nachsorgekonzept mit einbezogen werden. Dies ist wichtig, da Sie bei akuten Gesundheitsproblemen gleich zum richtigen Ansprechpartner vor Ort gehen sollten.

Nach einer Krebstherapie kann die Rückkehr in den Lebensalltag schwierig sein. Unterstützende Maßnahmen sind deshalb in vielen Lebensbereichen sinnvoll. Regelmäßige körperliche Aktivität, eine ausgewogene Ernährung und eine psychoonkologische Begleitung können helfen, damit sich ihr Körper von der Krankheit und der Behandlung wieder erholt. Genauso können Reha-Sport und Physiotherapie hilfreich sein. Das Wichtigste ist allerdings, dass das Konzept individuell auf Sie abgestimmt wird, denn allgemeine Empfehlungen berücksichtigen nicht Ihre spezielle Situation. 

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Zuletzt geändert am: 18.04.2023
Autor: Redaktion StärkergegenKrebs

Medizinische Qualitätssicherung: PD Dr. med. Michael Sandherr - Facharzt für Innere, Hämatologie und Onkologie

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Deutsche Krebshilfe Onkologische Nachsorge. https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/onkologische-nachsorge/; Letzter Abruf: 20.03.2023

Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft (dkfz.) Nachsorge bei Krebs. https://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/nachsorge.php; Letzter Abruf: 20.03.2023

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