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Bestrahlung von außen/von innen

 

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Was ist die Bestrahlung von außen? 

Am häufigsten werden Bestrahlungen mit einer Strahlenquelle außerhalb des Patienten durchgeführt, die sogenannte perkutane Radiotherapie. Der Strahl, üblicherweise Photonen mit einer Energie von 4 – 15 Mega-Elektronenvolt, wird im Linearbeschleuniger erzeugt und tritt aus dem Kopf des Bestrahlungsarms aus. Dabei kann von jedem beliebigen Winkel auf den liegenden Patienten bestrahlt werden.

Bei der 3-D-Berechnung (auf Basis eines Planungs-Computertomogramms der zu bestrahlenden Körperregion) werden die Bestrahlungswinkel der Bestrahlungsfelder festgelegt. Die ca. 10 cm dicken Blei-Begrenzungen der Austrittsöffnung bestehen aus schmalen Lamellen, die einzeln bewegt werden können. Damit kann jeweils eine individuelle Form der Öffnung erzeugt werden. Die statische 3-D-Technik kann z.B. über Gegenfelder durchgeführt werden, wie bei der tangentialen Bestrahlung der weiblichen Brust. Der Vorteil ist, dass außerhalb des Strahlverlaufs keine Dosisbelastungen entstehen (von der sogenannten Streustrahlung abgesehen). Es können aber auch Bestrahlungsfelder aus drei und vier verschiedenen Richtungen auf ein Zielvolumen gerichtet werden.

Wenn höhere Bestrahlungsdosen erreicht werden müssen und das Zielvolumen mitten im Körper liegt bzw. von empfindlichen Strukturen umgeben ist, ist heute der Standard ein dynamisches Bestrahlungsverfahren mit einem modernen Linearbeschleuniger

Bei der perkutanen Radiotherapie sollte das Zielvolumen im Patienten idealerweise fixiert sein, so dass es genau getroffen werden kann. Seit einigen Jahren gibt es Techniken, damit nicht-vermeidbare Bewegungen des Körpers - wie die Atmung - registriert werden, genannt atmungsgesteuerte Radiotherapie.  

Eine Sonderform der perkutanen Radiotherapie ist die stereotaktische Bestrahlung. Die ebenfalls im Linearbeschleuniger erzeugten Elektronen werden für oberflächliche Bestrahlungsvolumina, z.B. Hauttumoren, genutzt. Sie verfügen über eine Eindringtiefe von Millimetern bis wenigen Zentimetern. Weitere Sonderformen sind Bestrahlungen mit Protonen oder Schwerionen.

 

 

Was ist die Bestrahlung von innen?

Wenn ein Tumor in einem Hohlraum des Körpers wächst oder die Operationsnarbe in der Wand eines Hohlraums liegt, kann die Strahlenquelle eingeführt werden und direkt dem Tumor angelegt werden. Dieses Verfahren gibt es seit den Anfängen der Strahlentherapie, es wird „intraluminale Strahlentherapie“ genannt. Das bekannteste Beispiel dieser Brachytherapie ist die Bestrahlung des Scheidenabschlusses nach Gebärmutterkrebs-Operationen, oder von Tumoren des Gebärmuttermunds.

Wenn die Strahlenquelle in den Tumor eingeführt werden soll (interstitielle Brachytherapie), so werden mittels Operation und unter Narkose dünne Schläuche im Tumorvolumen verteilt, deren Enden nach außen ragen. Mit dem Beladungsgerät können diese Schläuche mit der Strahlenquelle beladen werden und der Tumor „von innen“ mit hohen Dosen bestrahlt werden. Dieses Verfahren ist die stärkste konformale Technik, d.h. bei hohen Dosen im Tumor erreichen nur kleine Teildosen die unmittelbare Tumorumgebung. Dieses Verfahren erfordert sehr viel Erfahrung und wird nur in wenigen Zentren durchgeführt. Oft arbeiten hierbei die Radioonkologen mit Chirurgen anderer Fachrichtungen zusammen.

    

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Zuletzt geändert am: 01.06.2021
Autor
Expertengremium Strahlentherapie

Hauptautorin: Dr. med. Monika Panzer - Fachärztin für Strahlentherapie und Radioonkologie

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Feldmann, HJ. 09.2000. Die Bedeutung der Bestrahlungspause. In:Strahlentherapie und Onkologie. Vol. 176, p.458–461. https://link.springer.com/article/10.1007%2FPL00002310; Letzter Abruf:01.06.2021 Adamietz, IA. 12.04.2014. Rebestrahlung von schmerzhaften Knochenmetastasen. In:Strahlentherapie und Onkologie. Vol. 190, p.497–498. Pinkawa, M. 01.02.2021. Spinal Cord Reirradiation:Balancing Benefit Against Risks. In:International Journal of Radiation Oncology, Biology, Physics. Vol.109 (2), p.312-313.

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