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Stereotaxie

 

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Was ist eine Stereotaxie?

Dieser eher historische Begriff ist heutzutage gleichbedeutend mit „Hochpräzisionsbestrahlung“. Meistens geht es hier um die Bestrahlung relativ kleiner und sehr gut von der Umgebung abgrenzbarer Tumore. Als maximale Obergrenze gelten 5-6 cm, meistens geht es hier jedoch um weniger als 3 cm große Tumore.

Es werden meist vergleichsweise hohe Bestrahlungsdosen in wenigen Sitzungen (1-8) appliziert. In der Vorbereitung und auch in der Durchführung der Bestrahlung wird kein Aufwand gescheut, um die Präzision der Bestrahlung zu maximieren. Das bedeutet im Klartext eine im Vergleich zu den normalen Bestrahlungsmethoden oft deutlich höhere Anforderung an die zur Bestrahlungsplanung erforderliche Bildgebung. Aber auch die einzelnen Bestrahlungen dauern länger, da auch hier deutlich höhere Anforderungen an Patienten-Lagerung und Fixierung, sowie an bildgebende Kontrollen vor und während der Bestrahlung gelten.

Es bestehen auch höhere Anforderungen an Personal (Spezialkenntnisse und Erfahrung der durchführenden Ärzte und Medizinphysiker) und an die eigentlichen Bestrahlungsgeräte, die eine maximale räumliche Präzision der Strahlapplikation gewährleisten müssen.

 

 

Bei welchen Tumoren kann eine stereotaktische Bestrahlung eingesetzt werden?

Bei vielen gut- und bösartigen Tumorarten, die umschrieben und klein sind, kann eine stereotaktische Bestrahlung sinnvoll sein. Das kann ein einzelner kleiner Tumor(rest) im Kopf sein, aber auch im Rahmen eines Gesamtbehandlungskonzeptes mehrere kleine Metastasen in der Lunge, Leber oder Gehirn. Insbesondere große oder diffuse (nicht ganz genau abgrenzbare) Tumore sollten eher großvolumiger, mit weniger hohen Einzeldosen und mehr Sitzungen bestrahlt werden, um die Rezidiv- und Nebenwirkungswahrscheinlichkeit zu minimieren.

Verlassen sie sich jedoch auf und fragen sie ihre Strahlentherapeuten, die auf diesem Gebiet hochspezialisiert und erfahren sind. Vorab sollte zwischen den involvierten Disziplinen (nicht nur Strahlentherapie, sondern auch Internist, Radiologie, Pathologie, Chirurgie, etc.) ein Konsens zum Therapiekonzept erfolgen.

 

Welche Vorteile gibt es für den Patienten?

Eine stereotaktische Bestrahlung bietet bei kleinen, gut abgrenzbaren Tumoren eine hohe Tumorkontrollwahrscheinlichkeit und somit eventuell höhere Heilungschancen. Andererseits ist eine solche Bestrahlung meist nebenwirkungsarm oder sogar nebenwirkungsfrei. Auch die kurze Behandlungsdauer von nur wenigen Sitzungen ist sicherlich ein angenehmer Nebeneffekt.

 

Gibt es Unterschiede zwischen den Geräten für stereotaktische Bestrahlungen? 

Stereotaxie-fähige Bestrahlungsgeräte sind z.B.: Linearbeschleuniger, Cyberknife, Gammaknife. Alle haben ihre Vorteile und Limitationen, wobei die weitverbreiteten Linearbeschleuniger fast alles abdecken, was auch andere Geräte können und im Gegenzug nur für wenige Situationen weniger oder nicht geeignet sind. Auch hier gilt: Sprechen sie ihre Radioonkologen direkt an, sollten Sie unsicher sein.

 

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Da diese Methode erwiesenermaßen sinnvoll und etabliert ist, übernimmt die Krankenkasse hierfür in der Regel die Kosten. Nichtsdestotrotz empfiehlt sich eine Abklärung vorab. Sprechen sie Ihre radioonkologischen Fachärzte darauf an.

   

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Zuletzt geändert am: 13.09.2021
Autor
Expertengremium Strahlentherapie

Hauptautor: PD Dr. med. Reinhart Sweeney - Facharzt für Strahlentherapie und Radioonkologie

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Stiftung Deutsche Krebshilfe Blauer Ratgeber 53: Strahlentherapie. In: Stiftung Deutsche Krebshilfe. 53, http://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/aktuelle-themen/service/broschueren/broschueren-uebergreifende-krebs-themen.html; Letzter Abruf: 13.09.2021

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