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Perücken nach Chemotherapien

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Perücke? Was tun, wenn die Haare ausfallen? Was sind die nächsten Schritte? Haarausfall wird medizinisch Alopezie genannt und tritt bei vielen Chemotherapien ab dem ersten bzw. oft kurz vor dem zweiten Behandlungszyklus auf.

 

Inhalt

 

Haarersatz aufgrund von Chemotherapie oder anderen Medikamenten?

Durch die Krebserkrankung sind Patienten an sich schon genug belastet. Jedoch treten aufgrund der Behandlung leider auch noch verschiedene unangenehme Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen und ein geschwächtes Immunsystem auf. Eine weitere häufige Nebenwirkung der Krebsbehandlung bzw. der Chemotherapie ist der Haarausfall. Die Zytostatika greifen die schnell wachsenden Zellen des Körpers an, wovon auch die Haare betroffen sind. Haarausfall ist die Folge.

Haarausfall wird medizinisch auch Alopezie genannt. Die Alopezie äußert sich entweder in einem totalen Haarausfall oder sie hinterlässt eine lichte Restbehaarung. Nicht nur die Haupthaare können ausfallen, sondern auch Wimpern, Augenbrauen und sonstige Körperhaare. In welchem Ausmaß dies geschieht, hängt von den verordneten Zytostatika ab. Nach Beendigung der Chemotherapie beginnt bei den meisten Patienten das Nachwachsen der Haare nach etwa vier Wochen, jedoch ist es individuell unterschiedlich, wie schnell das Haar nachwächst. So kann in der Übergangszeit oder während der Therapie ein Haarersatz oder eine Perücke vom Zweithaarspezialisten helfen. Tatsächlich entscheiden sich viele Betroffene für eine Perücke. Betroffene sollten sich am besten vor Beginn des Haarausfalls an einen Zweithaar-Spezialisten oder ein Zweithaar-Studio wenden, damit ein Haarersatz ausgewählt werden kann, der dem eigenen Haar möglichst nahe kommt. Ihr Zweithaar-Studio vor Ort hilft Ihnen gerne dabei.

 

 

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Perücke?

Nach Empfehlung des Zweithaar-Spezialisten lohnt es sich, einen Haarersatz zu kaufen, wenn die eigene Haarpracht nicht mehr dicht genug ist, um eine Frisur formen zu können. Aber nicht nur im Falle einer Chemotherapie, sondern auch bei stellenweisem Haarausfall greifen Patienten auf eine Perücke oder ein Haarteil zurück.

 

Psychische Folgen der Chemotherapie und des Haarausfalls

Häufig werden die offensichtlichen äußerlichen Veränderungen, welche die Chemotherapie verursacht, von Betroffenen als stigmatisierend erlebt. Dies gilt insbesondere für den Haarverlust. Gerade in diesem Fall ziehen sich viele Betroffene zurück. Sie sind unglücklich über den Verlust ihrer Haare und fühlen sich weniger attraktiv, entblößt und verletzlich. Dies führt dazu, dass das Selbstwertgefühl leidet. Da der Haarverlust bereits auf den ersten Blick sichtbar ist, werden Betroffene ständig an die Krebserkrankung erinnert. Unter den mit der Krebserkrankung einhergehenden körperlichen Veränderungen ist der Verlust der Haare aufgrund der Chemotherapie oder Bestrahlung daher ein sehr sensibles Thema. Diese Gefühle sind verständlich und auch ganz normal. Es kann einige Zeit dauern, man sich daran gewöhnt, keine Haare mehr zu haben.

Patienten wird deshalb geraten, sich möglichst früh mit dem Thema Haarverlust und einem Haarersatz auseinanderzusetzen, da dies die psychische Belastung eventuell verringern kann. Sich wohl und attraktiv zu fühlen, steigert das Selbstbewusstsein, gibt Kraft und ist dadurch letztlich auch dem Heilungsprozess zuträglich. Um das Selbstbewusstsein auch bei Haarverlust zu erhalten, kann es hilfreich sein, wenn Sie eine Perücke oder einen Haarersatz tragen. Mittlerweile bieten viele Organisationen, Zweithaar-Spezialisten und Zweithaar-Studios Unterstützung bei der Bewältigung Ihrer haarlosen Zeit an. Sie können z.B. Kosmetikseminare besuchen, Pflege- und Haarprogramme mitmachen oder sich bei der Wahl von Haarersatz und Perücken beraten lassen. Nutzen Sie dieses Angebot! Es wird Ihnen zeigen, dass bereits einfache Tricks und Tipps helfen können, dsich wohler zu fühlen.

Wichtig: Ihre Haare wachsen nach!
Auch wenn Sie im Augenblick unter dem Haarverlust aufgrund der Chemotherapie oder Bestrahlung leiden: Vergessen Sie nicht, dass Ihre Haare nachwachsen werden und die haarlose Zeit vorübergeht!


Wenn das Haar nachwächst – Ende der Chemotherapie

Normalerweise wächst das Haar nach Beendigung der Chemotherapie ca. einen Zentimeter monatlich nach. Das Haar kann dabei manchmal eine andere Haarfarbe und eine andere Struktur haben. Viele Patienten kommen etwa drei Monate nach der letzten Behandlung schon wieder ohne Perücke und Kopfbedeckung aus, da zu diesem Zeitpunkt die Kopfhaare ausreichend regeneriert und nachgewachsen sind. Jedoch obliegt es ganz Ihnen, ab wann Sie die Perücke oder die Kopfbedeckung auf die Seite legen. Einige Betroffene berichten davon, dass das Haar nach einer Therapie verändert aussieht und sich anders anfühlt. Dauerhafte Schädigungen der Haare durch Krebsmedikamente haben nur wenige Chemopatienten. Von dauerhaftem Haarverlust betroffen sind zum einen Patienten, die eine Hochdosis-Chemotherapie mit nachfolgender Knochenmarktransplantation erhalten haben. Zum anderen gibt es auch eine Chemotherapie-indizierte, irreversible Alopezie, die nach Gabe eines bestimmten Medikamentenmixes auftritt.

     

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Zuletzt geändert am: 09.06.2021
Autor
Expertengremium Zweithaar

Hauptautorin: Ramona Rausch - Geschäftsführerin Bundesverband der Zweithaarspezialisten e.V.

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GKV-Spitzenverband (2018) Bekanntmachung des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband). In: GKV-Spitzenverband. https://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/krankenversicherung_1/hilfsmittel/fortschreibungen_aktuell/2018_2/2018-01_Fortschreibung_der_Produktgruppe_34_Haarersatz.pdf; Letzter Abruf: 30.04.2021

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