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Kontrastmittel in der Nuklearmedizin

 

Inhalt

 

Was sind Kontrastmittel?

Die „Kontrastmittel“ in der Nuklearmedizin sind radioaktive Substanzen und heißen Radiopharmaka oder Radiotracer. Klassische Kontrastmittel, die im CT oder MRT zum Einsatz kommen, haben primär die Eigenschaft, den Kontrast (daher auch der Name) der unterschiedlichen Gewebearten im Körper besser zur Darstellung zu bringen. Im Gegensatz hierzu stellen nuklearmedizinische Radiopharmaka oder Radiotracer in der Regel Stoffwechselvorgänge im Körper dar oder binden an bestimmte Zielstrukturen auf zellulärer Ebene.

 

 

Welche Kontrastmittel können zum Einsatz kommen?

Da im Körper viele unterschiedliche Stoffwechselvorgänge ablaufen, gibt es auch eine Vielfalt an Radiopharmaka, die auf jede spezifische Untersuchung abgestimmt sind. In der klassischen (konventionellen) Szintigraphie sind diese Radiopharmaka häufig mit Technetium-99m (99mTc) radioaktiv markiert. Um die Durchblutung des Herzens zu untersuchen wird z.B. ein 99mTc markierter Durchblutungsmarker verwendet, welcher sich im Herzen anreichert. Will man mit einer Skelettszintigraphie ausschließen, dass Metastasen im Knochen vorhanden sind, so verwendet man eine mit 99mTc markierte Substanz, die in den Knochen eingebaut wird. Je nach gewünschter Zielstruktur und verwendeter markierter Substanz ist es somit möglich, mit dem gleichen Radionuklid (in diesem Fall 99mTc) unterschiedliche Stoffwechselvorgänge darzustellen.

In der onkologischen Diagnostik stehen im Rahmen der Positronen-Emission-Tomographie auch mit Fluor-18 radioaktiv markierte Zuckerlösungen zur Verfügung, oder Substanzen, die mit hoher Genauigkeit Tumorzellen des Prostatakarzinoms aufspüren können.

Die in der nuklearmedizinischen Therapie am häufigsten angewendete Substanz ist radioaktives Jod (Jod-131) zur Behandlung gutartiger und bösartiger Schilddrüsenerkrankungen.

 

Sind Kontrastmittel gefährlich?

Mit der Verabreichung von Radiopharmaka ist immer eine gewisse Strahlenbelastung verbunden. Eine längerfristige schädliche Wirkung ist jedoch nahezu auszuschließen. Patienten sollten in aller Regel nach einer nuklearmedizinischen Untersuchung viel Trinken, um die radioaktive Substanz schneller auszuscheiden, da die Substanzen meistens über die Nieren ausgeschieden werden. Dadurch kann die Strahlenbelastung reduziert werden. Da Patienten nach der Untersuchung selbst strahlen wird jedoch empfohlen, am Tag der Untersuchung den Kontakt mit kleinen Kindern und Schwangeren auf ein Mindestmaß zu reduzieren.

Auf Grund der nur sehr geringen Menge an chemisch wirksamen Substanzen der eingesetzten Radiopharmaka sind allergische Reaktionen auf das verabreichte Radiopharmakon bzw. der ggf. darin befindlichen Lösungsmittel sehr selten, können theoretisch aber nicht ausgeschlossen werden. Das Risiko ist hierbei um eine vielfaches niedriger als bei MRT- oder CT-Kontrastmittel.

 

Wie läuft eine Untersuchung mit Kontrastmitteln ab?

Nuklearmedizinische Untersuchungen funktionieren, im Gegensatz zu CT- und MRT-Untersuchungen, nur wenn ein „radioaktives Kontrastmittel“ (radioaktive Substanz) verabreicht wird. Der Ablauf der Untersuchung hängt stark von dem zu untersuchenden Organ bzw. der zu untersuchenden Funktion ab, ist aber auch abhängig von dem verabreichten Radiopharmakon. Dabei kann der radioaktive Stoff entweder über eine Vene injiziert, geschluckt oder eingeatmet werden. In den meisten Fällen beginnt die Messung nach einer Zeit von 20-30 Minuten bis wenige Stunden. In diesem Zeitraum verteilt sich die radioaktive Substanz im Körper und reichert sich in den jeweiligen Ziel-Organen an. In manchen Fällen kann es jedoch notwendig sein, die Untersuchung direkt mit der Gabe der radioaktiven Substanz zu starten oder auch über mehrere Tage die Verteilung im Körper zu messen.

 

Worauf muss man vor und nach einer Kontrastmittelgabe achten?

Vor manchen Untersuchungen ist es notwendig, nüchtern zu sein. Bei bestimmten Untersuchungen müssen teilweise bestimmte, eingenommene Medikamente am Untersuchungstag oder auch mehrere Tage zuvor pausiert werden (dies darf jedoch nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen). Nach der Untersuchung empfiehlt es sich häufig viel zu trinken, um die radioaktive Substanz schneller aus dem Körper auszuscheiden. Hierdurch erreicht man eine Reduktion der Strahlenbelastung. Auch empfiehlt es sich bei den meisten Untersuchungen am Untersuchungstag Schwangere und kleine Kinder zu meiden, um sie nicht einer unnötigen Strahlenbelastung auszusetzen. Stillende Frauen sollten, abhängig von der verabreichten Substanz, nach der Untersuchung das Stillen vorübergehend pausieren.

    

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Zuletzt geändert am: 21.09.2021
Autor: Expertengremium Radiologie & Nuklearmedizin

Hauptautoren: 

Priv. Doz. Dr. med. Andrei Todica - Facharzt für Nuklearmedizin
Priv. Doz. Dr. med. Harun Ilhan - Facharzt für Nuklearmedizin
 

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