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Prostata- MRT (mpMRT)

 

Inhalt

 

Was ist eine mpMRT?

Die multiparametrische MRT ist eine spezielle Untersuchung der Prostata, um ein Prostatakarzinom zu entdecken bzw. auszuschließen. Die mpMRT stellt die Anatomie, die Gewebedichte (=Diffusion) und die Gewebedurchblutung in der Prostata (=Perfusion nach Kontrastmittelgabe) dar. So werden ca. 80 % aller signifikanten Tumore entdeckt.

 

 

Wann wird eine mpMRT gemacht?

Die multiparametrische MRT der Prostata wird in folgenden Fällen durchgeführt:

  • Wenn der Verdacht auf ein Prostatakarzinom besteht, z.B. bei einem erhöhtem PSA-Wert (=prostataspezifisches Antigen), bei einem auffälligen Tastbefund oder bei einem auffälligen Sonographiebefund. Ziel der MRT ist es, einen Tumor und seine genaue Lokalisation zu finden. So kann bei Bedarf später eine zielgerichtete Gewebeprobe (=Biopsie) erfolgen. Die Trefferquote dieser gezielten Biopsie ist mit ca. 80 % gegenüber ca. 30- 40 % bei der bisher üblichen systematischen, aber ungezielten Biopsie ohne MRT wesentlich besser.
  • Zum Ausschluss eines signifikanten Prostatakarzinoms vor einer geplanten OP zur Verkleinerung der Prostata (bei erschwertem Wasserlassen).
  • Zur Verlaufskontrolle bei kleinen, langsam wachsenden Tumoren, die erst einmal nicht behandelt, sondern nur beobachtet werden (=active Surveillance).

 

Wie läuft die Untersuchung ab?

Während der Untersuchung liegt der Patient ruhig und bequem im MRT Gerät. Gegen Ende der Untersuchung wird normalerweise ein gut verträgliches Kontrastmittel (=Gadolinium) über eine Armvene verabreicht, um die Durchblutung der Prostata darzustellen. Die Untersuchung selbst dauert insgesamt – je nach MRT Gerät – etwa 20-30 Minuten.

 

Wie funktioniert ein mpMRT-Gerät?

Die mpMRT der Prostata wird – wie jede MRT- in einem Kernspintomographen mit einem starken Magnetfeld und mit Hilfe von elektromagnetischen Radiowellen durchgeführt. Röntgenstrahlen oder Radiaktivität kommen dabei nicht zur Anwendung.

Ein Kernspintomograph regt die Wassermoleküle des menschlichen Körpers, der bei der Untersuchung in einem sehr starken Magnetfeld liegt, mit elektromagnetischen Wellen an und registriert mit sensiblen Antennen (=Spulen) das Signal, das bei dieser Anregung im Körper entsteht. Dabei entsteht durch das schnelle Ein- und Ausschalten der Spulen das bekannte, harmlose Klopfgeräusch. Aus den gewonnen Daten entsteht das MRT Bild. Für eine gute Bildqualität sollte die Untersuchung in einem modernen Gerät mit hoher Feldstärke (1,5 3Tesla) durchgeführt werde, die Auswertung sollte durch mit der Methode vertrauten, erfahrene Radiologen erfolgen.  

 

Was muss man vor bzw. nach der Ultraschall beachten?

Eine besondere Vorbereitung für die Untersuchung ist nicht nötig. Zur Untersuchung sollten Laborwerte (PSA und Kreatinin) sowie Vorbefunde (Tastbefund, Ultraschall, Ergebnisse von Biopsien) mitgebracht werden. Um eine Beeinflussung der Bildqualität zu verhindern, sollten zudem blähende Speisen am Vortag sowie am Tag der Untersuchung gemieden werden. Nach der Untersuchung sollte ausreichend Flüssigkeit getrunken werden, um die Ausscheidung des Kontrastmittels zu beschleunigen. Die Fahrtüchtigkeit wird nicht beeinflusst.

 

Welche Risiken und Nebenwirkungen bestehen bei der mpMRT?

Die MRT gilt als ausgesprochen sichere Untersuchung: Bei Berücksichtigung der üblichen Kontraindikationen (z.B. Herzschrittmacher, andere elektrische Implantate) ist die MRT ungefährlich. Allergische Reaktionen auf das Kontrastmittel sind sehr selten.

   

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Zuletzt geändert am: 14.09.2021
Autor
Expertengremium Radiologie & Nuklearmedizin

Hauptautor: Dr. med. Johannes Steiss - Facharzt für Radiologie

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