TCM - Traditionelle Chinesische Medizin

Auf einen Blick

  • Über 3000 Jahre altes Diagnose- und Therapiesystem
  • Ergänzendes, komplementärmedizinisches Behandlungskonzept zur klassischen Krebstherapie
  • Bestandteile: Heilpflanzentherapie, Akupunktur, Ernährungstherapie und Tai Chi/Qi Gong
  • Ziel: Verbesserung der Lebensqualität, Linderung von Nebenwirkungen und Symptomen der Erkrankung
  • Anwendung nur unter ärztlicher Aufsicht und Kontrolle

Hinweis: Die Informationen dieses Fachtextes können und sollen eine ärztliche Meinung nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Was versteht man unter Traditioneller Chinesischen Medizin (TCM)?

Die TCM - Traditionelle Chinesische Medizin ist ein über 3000 Jahre altes Diagnose- und Therapiesystem, das die Bereiche Heilpflanzentherapie, Akupunktur, Diätetik (Ernährungstherapie) und TaiChi/QiGong umfasst. Die Diagnostik erfolgt durch die genaue Erhebung von Symptomen und spezielle körperliche Untersuchungstechniken (Puls- und Zungendiagnostik).

Ziel ist, einen möglichst genauen funktionellen Zustand eines Menschen zu erheben. Auf dieser Grundlage erfolgt dann die Festlegung der Therapie. Bei Tumorerkrankungen werden häufig Empfehlungen zur Ernährung mit einer individuellen Heilpflanzentherapie und Akupunkturbehandlungen kombiniert.

Wichtig zu wissen: Ziel ist, einen möglichst genauen funktionellen Zustand eines Menschen zu erheben. Auf dieser Grundlage erfolgt dann die Festlegung der Therapie. Bei Tumorerkrankungen werden häufig Empfehlungen zur Ernährung mit einer individuellen Heilpflanzentherapie und Akupunkturbehandlungen kombiniert.

Für wen kommt Traditionelle Chinesische Medizin in Frage?

Die Ernährungsempfehlungen sind prinzipiell für alle KrebspatientInnen geeignet. Bei der Kräutertherapie sind Allergien, Unverträglichkeiten und mögliche unerwünschte Wirkungen oder toxische Effekte zu beachten. Die Akupunktur eignet sich nicht für Menschen mit ausgeprägter Angst vor Nadeln oder Injektionen.

Welche Wirkung hat Traditionelle Chinesische Medizin bei Krebs?

Wichtig zu wissen: Die möglichen Wirkungen der TCM bei Krebs reichen von einer Verbesserung der Lebensqualität über die Behandlung von Symptomen der Erkrankung oder Nebenwirkungen der Therapie, bis hin zu antitumoralen Wirkungen einzelner TCM-Heilpflanzen oder deren Extrakte.

Kann Traditionelle Chinesische Medizin bei jeder Krebsart angewendet werden?

Ja. Es sind allerdings die individuellen Befindlichkeiten und Risikofaktoren der PatientInnen sowie mögliche Wechselwirkungen mit der konventionellen Tumortherapie zu beachten.

Welche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen können auftreten?

Empfehlungen zur Ernährung, sowie die konzentrativen Atem- und Entspannungsübungen des QiGong sind in aller Regel als sehr nebenwirkungsarm anzusehen.

Im Rahmen von Akupunkturbehandlungen kann es zu Blutungen, Verletzungen von Nerven, Infektionen sowie zu vegetativen Reaktionen (z.B. Schweißausbrüche, Blutdruckabfall, Schwindel) kommen. Die weitaus größte Neben- und Wechselwirkungsgefahr besteht bei einer Heilkräutertherapie.  Da die Kräuterrezepturen in der Regel aus mehreren Pflanzen bestehen, sind unterschiedlichste Nebenwirkungen möglich. Am häufigsten betreffen sie erfahrungsgemäß den Magen-Darmtrakt.

Die Praxis zeigt allerdings, dass sie bei adäquater Dosierung in der Regel eher leicht und vorübergehend sind.

Wichtig zu wissen: Es sind auch schwere Nebenwirkungen z.B. auf die Leber- und Nierenfunktion bei bestimmten Heilpflanzen möglich. Weiterhin ist sowohl eine Verstärkung, als auch eine Abschwächung der Wirkung von konventionellen Medikamenten möglich.

Kann eine Traditionelle Chinesische Medizin den Krebs heilen?

Nein. Eine alleinige TCM-Behandlung ist nach derzeitigem Stand der Forschung nicht geeignet, um eine Krebserkrankung zu heilen.

Stand der Forschung/ klinische Erfahrungen

In klinischen Studien zeigten sich Hinweise auf eine Wirksamkeit von Akupunktur bei chronischer tumorbedingter Erschöpfung, bei Schmerzen und bei Nebenwirkungen einer Antihormon-Therapie bei Brustkrebs (wie z.B. Schlafstörungen, Missempfindungen, depressiver Stimmung, Gelenkschmerz, Kopfschmerz, Reizbarkeit).

TaiChi/QiGong-Übungen verbesserten bei Tumorpatienten in klinischen Studien die Leistungsfähigkeit.

Wichtig zu wissen: Chinesische Heilkräutertherapie zeigte in mehreren kontrollierten Studien Besserungen von Schmerz, Verdauungsstörungen und Erschöpfung sowie der Lebensqualität. Besserungen einer Chemotherapie-bedingten Polyneuropathie konnten in kleineren Studien durch Heilkräutertherapie erreicht werden.

Welche Kosten entstehen?

Eine Akupunktursitzung kostet zwischen 70 und 100 € pro Behandlung. Eine chinesische Heilkräuterbehandlung für einen Monat kostet zwischen 100 und 140 €. Für die ärztliche Leistung (Erhebung der individuellen Erst-Anamnese, Puls und Zungendiagnostik, körperliche Untersuchung) fallen je nach Zeitaufwand zwischen 65 und 130 € an. Die Kosten werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen.

Bewertung und Empfehlung

Die Methoden der TCM stellen eine häufig für die Betroffenen hilfreiche Ergänzung der konventionellen Tumorbehandlung dar. Die Empfehlungen zu Ernährung und QiGong/TaiChi sind für viele PatientInnnen leicht anwendbar.

Die Akupunktur weist ein akzeptables Risikoprofil auf und ist mittlerweile durch klinische Studien auch bei Tumorerkrankungen überprüft und als Behandlungsversuch vertretbar.

Wichtig zu wissen: Die chinesische Heilkräutertherapie setzt voraus, dass Wechsel- und Nebenwirkungen mit der konventionellen Tumortherapie berücksichtigt werden. Sie ermöglicht häufig einen individuellen Behandlungsansatz zur Stärkung der Regulationskraft und kann daher eine konventionelle Tumorbehandlung sinnvoll ergänzen.

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Zuletzt geändert am: 05.04.2023
Autor
Expertengremium Naturheilkunde

Hauptautor: Dr. med. Axel Eustachi - Facharzt für Allgemeinmedizin
 

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