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Modernste Technik- Was ist derzeit Standard?

 

 

Welche Technik wird derzeit als Standard verwendet?

Eine „Standardtechnik“ gibt es nicht. Vielmehr muss diejenige Bestrahlungstechnik gewählt werden, die für den Patienten am schonendsten ist. Das kann je nach Situation auch eine einfachere Technik sein. Nicht zuletzt soll auch das „Wirtschaftlichkeitsgebot“ des Sozialversicherungssystems beachtet werden und kein Aufwand ohne Nutzen betrieben werden. Als „Standard“ kann aber gelten, dass man - bei welchem Verfahren auch immer - auf Basis einer Planungscomputertomographie die dreidimensionale Dosisverteilung für Tumorbestrahlungen berechnet und dokumentiert.

 

Welche Unterschiede gibt es zwischen den einzelnen Strahlentherapie-Praxen?

Die Linearbeschleuniger der neuesten Generation ermöglichen einfachere (robuste)und komplexe Bestrahlungstechniken, die sich ein Bestrahlungsteam erst in Schulungen aneignen muss. Grundsätzlich ist eine Radiotherapie immer eine Zusammenarbeit zwischen Arzt, medizinischen Physikexperten und medizinischen-technischen Assistenten als Kernteam. Eine Qualitäts-Management-Zertifizierung hilft, optimierte und zuverlässige Abläufe zu etablieren, ein (Fast-)Fehlermanagement ist dabei integraler Bestandteil. Fehler werden heute praktisch nicht mehr von der Technik gemacht, sondern vom bedienenden Personal. Eine Strahlentherapieeinrichtung sollte über ausreichend und gut ausgebildetes Personal verfügen. Tatsächlich wird ein Mindest-Personalschlüssel von der Strahlenschutzbehörde überprüft.

Strahlentherapie-Einrichtungen können vom Inhaber-Arzt geführte Praxen sein – alleine oder im Zusammenschluss - oder von Trägergesellschaften mit angestellten Ärzten betrieben werden. Andere Einrichtungen gehören als MVZ zu größeren Klinika und behandeln die ambulanten Patienten. Letztlich gelten aber für alle Organisationsformen die gleichen Qualitätskriterien. Alle Einrichtungen müssen sich alle zwei Jahre einem Qualitäts-Audit der Ärztekammer unterziehen (Begehung durch die „Ärztliche Stelle“), wobei Personal- und Geräteanforderungen überprüft werden.

 

 

Was zeichnet eine qualitativ gute Strahlentherapie aus?

Eine gute Radiotherapie beginnt damit, dass der Arzt, der Radio-Onkologe, den ganzen Verlauf der Tumorerkrankung eines Patienten aus den Unterlagen verstehen möchte. Er muss wissen, welche weiteren Therapien gleichzeitig zur Bestrahlung stattfinden. Natürlich wird er auf den Patienten eingehen, auf seinen Schmerzmittelbedarf, seine Ernährungssituation, seine Ängste und mit ihm gegebenenfalls über psychoonkologische Unterstützung sprechen.

Eine Strahlentherapie-Einrichtung muss in der Lage sein, eine Chemotherapie routinemäßig gleichzeitig mit einer Bestrahlungsserie durchzuführen (die sogenannte Radiochemotherapie), wenn bei bestimmten Tumordiagnosen die Heilungschancen nach einer Radiochemotherapie höher sind als nach alleiniger Radiotherapie. Die Chemotherapie kann hierbei vom Radioonkologen selbst verabreicht werden, oder der Radioonkologe arbeitet mit internen oder externen onkologischen Einrichtungen zusammen. Im letzteren Falle sollten gemeinsame Protokolle (SOP - standard operational procedures) zu den Entscheidungen und Abläufen vorhanden sein, damit die Verantwortung gemeinsam getragen werden kann.

Während der täglichen Bestrahlungen muss das Befinden des Patienten durch das Behandlungsteam wahrgenommen werden. Hierzu sollten regelmäßig Arzt-Patientengespräche stattfinden. Akute Nebenwirkungen einer Radiotherapie sollen leitliniengerecht gelindert werden. Bei schweren Nebenwirkungen sollte die Möglichkeit bestehen, den Patienten stationär zu betreuen. Unterbrechungen der Radiotherapie sollten auf diese Weise möglichst vermieden werden, da diese zu einer verminderter Wirksamkeit führen können.

Bei dem Abschlussgespräch sollte der Patient über den weiteren Verlauf informiert werden. Der Radioonkologe ist zur Durchführung von Kontrollen verpflichtet, bis das Ansprechen auf die Radiotherapie klar ist, aber auch darüber hinaus. Wobei weitere langfristige Nachsorgen auch von anderen Fachärzten übernommen werden können.

Da die Radiotherapie immer nur ein Baustein bei einer Krebsbehandlung ist, muss ein guter Radioonkologe mit den anderen behandelnden Ärzten im engen Austausch sein.  Erste Informationen zu einem Patienten werden bereits in einer Tumorkonferenz ausgetauscht, um die für den Patienten bestmögliche Behandlung zu erzielen.

Radioonkologischen Einrichtungen bieten dem Patienten auch „Zusatzleistungen“  wie die Vermittlung einer Anschlussheilbehandlung (AHB), Hilfe bei der Organisation seines Transports zur Strahlentherapie oder Hinweise zu sinnvollen komplementären Verfahren, an.

Ein gutes radioonkologisches Team nimmt regelmäßig an regionalen oder überregionalen Fortbildungen teil.  Die Therapie eines Patienten wird in Übereinstimmung mit den aktuellen Leitlinien festgelegt und umgesetzt.

Für eine optimale Radiotherapie muss also wesentlich mehr vorhanden sein als eine gute technische Ausstattung!

   

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Zuletzt geändert am: 25.06.2021
Autor
Expertengremium Strahlentherapie

Hauptautorin: Dr. med. Monika Panzer - Fachärztin für Strahlentherapie und Radioonkologie

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Baumann, R., Corradini, S., Hörner-Rieber, J., Krause, M. & Krug, D. (2021) Strahlen für das Leben. In: Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V.. https://www.degro.org/wp-content/uploads/2021/01/DEGRO_Broschuere_Strahlen_fuers_Leben_2020_A5_WEB.pdf; Letzter Abruf: 01.06.2021

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