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Heilpraktiker für Psychotherapie/ Psychoonkologie

Unterschiede von Heilpraktikern, Ärzten und psychologischen Psychotherapeuten. Welche Kosten entstehen? Mit welchen Wartezeiten müssen Sie rechnen? Neben Ärzten und psychologischen Psychotherapeuten sind in Deutschland noch weitere Berufsgruppen berechtigt, psychotherapeutische Verfahren bei Krebspatienten anzuwenden. Zu diesen Berufsgruppen gehören auch Heilpraktiker und Heilpraktiker für Psychotherapie. Heilpraktiker für Psychotherapie diagnostizieren und behandeln seelische Krankheiten und unterstützen sowohl den Krebspatienten, als auch Angehörige und Freunde.

 

Inhalt

 

Schwerpunkt Psychotherapie/ Psychoonkologie

Im Gegensatz zu Ärzten und Psychologen müssen Heilpraktiker und Heilpraktiker für Psychotherapie jedoch nicht über ein fachspezifisches Universitätsstudium verfügen. Sie haben stattdessen die Ausbildung zum Heilpraktiker oder zum Heilpraktiker beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie absolviert und die Prüfung vor dem Gesundheitsamt erfolgreich abgelegt. Damit erhalten Sie die Heilerlaubnis gemäß §1 Abs. 1 HeilprG. Beide Heilpraktiker sind vor dem Gesetz „echte“ Heilpraktiker, da beide Ausrichtungen die Heilerlaubnis vom Gesundheitsamt erhalten.

Das Gesetz unterscheidet zwischen (Voll-)Heilpraktikern, die für alle therapeutischen Gebieten zugelassen sind und homöopathische sowie pflanzliche Medikamente einsetzen dürfen, und Heilpraktikern für Psychotherapie, die ausschließlich im psychotherapeutischen/ psychoonkologischen Bereich die seelischen Krankheiten ohne Medikamente behandeln.

Damit Heilpraktiker und Heilpraktiker für Psychotherapie im Fachbereich Psychoonkologie fachlich versiert tätig sein können, benötigen sie ebenso wie Ärzte und Psychologen eine fachspezifische Zusatzausbildung für Psychoonkologie.

 

Heilpraktiker-für-Psychoonkologie| Hilfe bei Krebs. Hilfe für Krebspatienten und Angehörige

 

Wartezeiten auf einen Termin - für Patienten

Bei solchen psychoonkologischen Therapeuten sind die Wartezeiten auf einen Termin für Krebspatienten und ihre Angehörigen oft deutlich kürzer als bei einem psychologischen Psychotherapeuten. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Behandlungen bei einem Heilpraktiker nur bedingt. Der Patient muss vor Behandlungsbeginn einen Antrag auf Kostenerstattung bei seiner Krankenversicherung stellen. Auch Privatpatienten bei vorhandenen Zusatzversicherungen.

Der Kostenerstattungsanspruch der gesetzlich Krankenversicherten an ihre Krankenkassen ist auch nach Wirksamwerden des Psychotherapeutengesetzes von 1999 nach wie vor durch § 13 Abs. 3 SGB V nicht abgeschafft. Bei nicht ausreichender Versorgung mit psychologischen Leistungen der von den GKV zugelassenen Psychotherapeuten, z. B. bei Wartezeiten von mehreren Monaten, ist ein derartiger Anspruch an die Krankenkassen nach wie vor gegeben.

Eine Kostenerstattung durch die Krankenkasse für die Behandlung durch einen Heilpraktiker für Psychotherapie wird dann möglich, wenn die Krankenkasse im Rahmen ihres Ermessens eine unaufschiebbare Leistung nicht rechtzeitig erbringen kann oder eine Leistung zu Unrecht abgelehnt und dadurch dem Versicherten für eine selbsterbrachte Leistung Kosten entstanden sind (§ 13 Abs. 3 SGB V). In diesen Ausnahmefällen kann sich auch eine gesetzliche Krankenkasse bereiterklären, nach eingehender Prüfung und vorab erteilter Genehmigung 5 probatorische Sitzungen an einen nicht kassenzugelassenen "Heilpraktiker für Psychotherapie" (ohne Rechtsanspruch gemäß Sozialgesetzbuch § 27 Abs. 1!) zu erstatten.

Der Patient zahlt die Therapiesitzungen grundsätzlich direkt beim Heilpraktiker oder Heilpraktiker für Psychotherapie und reicht die erstellte Rechnung dann bei seiner Krankenkasse zur Erstattung ein. Es kann zur fehlenden Überdeckung kommen, da die aktuellen realen Stundensätze nicht mehr der Leistungsabrechnung nach dem GebüH (Gebührenverzeichnis der Heilpraktiker) aus dem Jahr 1985 entsprechen.

 

Unterschied „Echte“ Heilpraktiker und  Heilpraktiker für Psychoonkologie

(Voll-) Heilpraktiker dürfen Medikamente verordnen. Diese Medikamente sind jedoch nicht rezept-, sondern lediglich apothekenpflichtig (keine Krebsmedikamente oder Therapeutika). In der Regel handelt es sich dabei um pflanzliche und homöopathische Arzneien. Anders als Heilpraktiker dürfen weder Heilpraktiker für Psychotherapie/ Psychoonkologie noch Psychologische Psychotherapeuten Medikamente verschreiben.

Der Beruf lässt sich zusammenfassend wie folgt charakterisieren:

  • Schwerpunkt der Tätigkeit: Psychotherapie / Psychoonkologie
  • Psychoonkologische Therapeuten und Psychoonkologen müssen nicht zwingend ein Studium absolviert haben
  •  Zusatzqualifikationen, wie z. B. die psychoonkologische Zusatzausbildung werden nicht vom Amtsarzt überprüft

  • Beim Heilpraktiker für Psychotherapie/ Psychoonkologie handelt es sich um eine geschützte Berufsbezeichnung

  • Kostenübernahme: Psychoonkologische Behandlungen müssen privat bezahlt oder können über einer Zusatzversicherung oder einen Kostenübernahmeantrag bei der KV teilweise übernommen werden

Sie entscheiden, wer Sie psychoonkologisch unterstützt

Krebspatienten müssen individuell entscheiden, ob Sie sich bei Ihren Heilpraktikern wohl fühlen und sich unterstützt fühlen. Die psychoonkologische Ausbildung für Heilpraktiker, als auch das Wissen und die Erfahrung der Therapeuten, sowie die angewendeten Methoden können sehr unterschiedlich sein.

Heilpraktiker für Psychotherapie mit der Zusatzausbildung Psychoonkologie arbeiten häufig mit Methoden, die sich als effektiv erwiesen haben und sich nicht auf Gespräche und Gesprächstherapie begrenzen. Zu diesen Methoden gehören:

  • Simonton Methode (speziell für Krebspatienten, zur Unterstützung und besseren Verkraftung der medizinischen Akutbehandlungen wie Chemotherapie und Bestrahlung) (US-amerikanischer Radiologe und Onkologe Oscar Carl Simonton (1942–2009)
    • Visualisierungsreisen
    • Imaginationen
    • Meditationen
  • Baumübung nach Luise Reddemann (aus der Traumatherapie) zur Stärkung des Selbstbewusstseins und der Eigenkräfte
  • Entspannungsübungen nach Jacobson (Progressive Muskelentspannung) um den eigenen Körper wieder bewusst zu spüren
  • Gespräche nach
    • Rogers klientenzentrierter Gesprächsführung
    • Bernie Siegel
  • Palliativ Hypnose bei Schmerzen (setzt im Schmerzzentrum im Gehirn an)
  • Selbsthypnoseübungen
    • Pika Pika (Atemübung aus dem hawaianischen Huna zur leichten Schmerzlinderung durch Stress)
    • Selbsthypnose nach Betty Erickson (bei aufkommenden übermächtigen Angstzuständen. Gut alleine durchzuführen oder mit dem Partner)
  • Diverse Arbeitsblätter, die während einer Therapiesitzung vertiefend wirken. Zum Beispiel:
    • Ich nehme dir übel...(der Krankheit)
    • Schädigende und gesunde Verhaltensweisen
    • Gedankenanalyse Protokoll
    • Glaubenssätze erkennen und ändern
  • EMDR
    • Arbeit mit dem inneren Anteilen
    • Verankerungen von Stärken (auch im NLP zu finden)
    • Angstbearbeitung
  • Zwei-Stuhl-Übung (aus der Gestalttherapie)
    • Dialog mit der Krankheit
    • Dialog mit einem Angehörigen
  • Hypnotische Entspannungsreisen

Zudem ist es oftmals eine finanzielle Frage. Ein Vorteil ist hingegen, dass die Wartezeiten auf einen Termin wesentlich kürzer sind. Dies kann sehr hilfreich während Ihrer Krebserkrankung und Krebstherapie sein. 

 

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Zuletzt geändert am: 08.10.2020
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