Periphere Polyneuropathie, Erkrankungen des peripheren Nervensystems bei Krebs lindern! Nebenwirkungen der Krebstherapie

Polyneuropathie bei Krebs bekämpfen. Lindern Sie selbst durch eine angepasste Ernährung, Bewegung und körperliche Aktivität Ihre Nebenwirkungen der Krebstherapie (Chemotherapie, Strahlentherapie oder Antihormontherapie)

Eine häufig auftretende und nicht zu unterschätzende Nebenwirkung einer Chemotherapie ist die Periphere Polyneuropathie (PNP). Polyneuropathie kann auch nach erfolgreicher Behandlung weiterhin anhalten und in Folge die Lebensqualität der Krebspatienten deutlich beeinträchtigen. Lindern Sie Ihre Erkrankungen des peripheren Nervensystems und bleiben sie körperlich aktiv.

 

Inhalt

 

Was ist Polyneuropathie?

Erkrankungen des peripheren Nervensystems bei einer Krebstherapie

Etwa die Hälfte aller Krebserkrankten, insbesondere Betroffene von Brust-, oder Darmkrebs sowie Leukämie- und Lymphomerkrankungen sind nach der Behandlung mit einer neurotoxischen Chemotherapie von einer Polyneuropathie betroffen.

Eingesetzte Substanzen der Chemotherapie, z. B. Platin Derivate, Vinca-Alkaloide und Taxane, können zu Schädigungen im peripheren Nervensystem führen, was sich in sensiblen und/oder motorischen Störungen zeigt. Spürbar werden diese Störungen durch sensible Reizerscheinungen, insbesondere an Füßen und Händen, welcher sich strumpf- bzw. handschuhförmig ausbreitet. Krebspatienten beschreiben dies häufig als Kribbeln bzw. „Ameisenlaufen“. Weitere Symptome zeigen sich als Taubheitsgefühle, ein gestörtes Schmerz- und Temperaturempfinden, eingeschränkte bzw. ausbleibende Muskeleigenreflexe in z. B. der Achillessehne, geminderte Kraftfähigkeit, Probleme im Gleichgewicht sowie verstärkte Sturzgefahr. Periphere Polyneuropathie nach der Chemotherapie tretet bereits nach kurzer Zeit auf. Grundsätzlich ist es möglich, dass diese Symptome der Polyneuropathie nach Abschluss der Therapie wieder abklingen, zum Teil jedoch nicht oder nur langsam. Aufgrund einer Polyneuropathie kommt es folglich nicht nur zu genannten Symptomen, die eine Einschränkung im Alltag, in der Mobilität und somit in der Lebensqualität der Krebspatienten nach sich ziehen, sondern auch zu der Notwendigkeit, die Dosis der Chemotherapie zu verringern, es kann zu Verzögerungen bis hin zu einer frühzeitigen Beendigung der Therapie kommen.

 

Polyneuropathie bei Krebs lindern. Erkrankungen des peripheren Nervensystems. Nebenwirkung der Krebstherapie und Chemotherapie. Tipps und Hilfestellungen

 

Erkrankungen des peripheren Nervensystems lindern? Tipps und Hilfestellungen

Derzeit gibt es noch keine nachweislich wirksame Medikamententherapie oder anderes Therapiekonzept, das die Behandlung einer Polyneuropathie effektiv ermöglicht. An dieser Stelle ist eine gezielte Bewegungstherapie zur Stimulation des neumuskulären Systems notwendig und kann zu einer Verbesserung der Symptome der peripheren Polyneuropathie führen.

Es ist von besonderer Wichtigkeit, im Alltag sowie beim Arbeiten aufzupassen, Stolperfallen zu vermeiden und sichere Schuhe zu tragen. Auch im Bad sollte auf ausreichend Sicherheit und Möglichkeiten zum Festhalten geachtet werden

Bewegung und Training kann Polyneuropathie (PNP) bekämpfen und lindern. Was genau Ihnen hilft, worauf Sie achten sollten und wer Sie dabei unterstützen kann, erfahren Sie hier. Körperliche Aktivität hilft Ihnen dabei, die Symptome der Polyneuropathie zu lindern.

 

Erkrankungen des Nervensystems reduzieren – durch Sport und Bewegung: Trainingsempfehlungen 

Das gezielte Training der Sensomotorik erzeugt neuromuskuläre Anpassungen, welche sich in einer gesteigerten Koordinationsfähigkeit und Kontrolle des Gleichgewichts zeigen, was wiederum das Risiko von Stürzen und Verletzungen mindert. Periphere Polyneuropathie lindern durch gezieltes sensomotorik Training.

Sensomotorisches Training

Grundsätzlich sollte bei der Durchführung sensomotorischer Übungen auf ausreichend Sicherheit, z. B. durch Festhaltmöglichkeiten oder rutschfeste Bodenhaftung, geachtet werden. Beginnend in einer aufrechten Standhaltung werden die Füße gleichmäßig belastet, die Knie werden leicht gebeugt, die Hände bzw. Arme schwingen oder hängen entspannt neben dem Körper. Der Blick wird nach vorne gerichtet, zur Erhöhung der Stabilität kann ein Fixpunkt gesucht werden. Das Ziel dieser Übung besteht darin, so ruhig wie möglich zu stehen, ohne sich festhalten zu müssen.

Vom Einfachen zum Komplexen

Die Übungen können in ihrer Intensität gesteigert werden, indem nach folgenden Prinzipien vorgegangen wird: vom Einfachen zum Komplexen, von stabil zu weniger bzw. -instabil, von Einfach- zu Mehrfachübungen. Folglich wird mit beiden Füßen auf stabilem Untergrund begonnen, anschließend kann nach und nach die Unterstützung reduziert werden, indem die Breite des Standes verringert wird.

 

Spezifische Kontraindikationen bei Polyneuropathie:

  • für das Vibrationstraining der Füße bestehen bei folgenden Befunden und Symptomen:
    • Osteolysen
    • Osteosynthesen
    • Hüft-TEP
    • Frakturen der unteren Extremitäten in den zurückliegenden zwei Jahren
    • Thrombosen
    • Geschwüre am Fuß
       
  • für das Vibrationstraining der Hände bestehen bei folgenden Befunden und Symptomen:
    • Osteolysen
    • Osteosynthesen
    • Schulter-TEP
    • Frakturen der oberen Extremitäten in den zurückliegenden zwei Jahren
    • Akute Probleme mit der Brustwirbelsäule bzw. der Halswirbelsäule und der Schulter
    • Thrombosen
    • Geschwüre an den Händen
    • Akute Entzündungen und Arthrose in den Händen
       
  • Anders als für das Vibrationstraining sind für das sensomotorische Training bei Polyneuropathie aktuell keine spezifischen Kontraindikationen angezeigt.

Empfohlene Therapiedauer bei Polyneuropathie:

  • 6–36 Wochen (wenn möglichst dauerhaft) „Sport und Bewegung“ soll ein Teil Ihres Alltags werden

Sensomotorisches Training bei Polyneuropathie:

  • Das sensomotorische Training sollte mindestens 4 Wochen lang in 2–6 wöchentlichen Einheiten durchgeführt werden
  • Eine Trainingseinheit kann dabei zwischen 6 und 30 Minuten dauern
  • Innerhalb einer solchen Trainingseinheit dauert eine einzelne Übung etwa 20-40 Sekunden, danach sollte eine Pause von ebenfalls  20–40 Sekunden eingelegt werden
  • In einer Trainingseinheit können 3-5 Serien absolviert in je 3 Wiederholungen  absolviert werden
  • Zwischen den Serien sollten Pausen von 1-4 Minuten eingehalten werden

Vibrationstraining bei Polyneuropathie:

  • Der Einstieg kann hier mit einer Frequenz von 18 Hertz oder höher erfolgen. Alle ein bis zwei Wochen wird die Frequenz dann um 2 Hertz gesteigert, die Schwingungen beginne dabei mit einer Amplitude 1 mm oder mehr.

 Verhaltenstipps bei Polyneuropathie:

Neben dem sensomotorischen Training und dem Vibrationstraining bietet es sich bei Polyneuropathie auch an, die folgenden Übungen zu absolvieren. Alle diese Übungen können Sie in Ihren Alltag integrieren und dadurch auch zwischendurch ausführen:

  • Bei Polyneuropathie in den Händen können Sie Ihre Feinmotorik z.B. durch Stricken, Knöpfe annähen, Gemüse schälen oder das Händeln kleiner Gegenstände trainieren
  • Bei Polyneuropathie in den Füßen geht es darum, das Gleichgewicht zu trainieren. Dafür ist es hilfreich, verschiedene Standpositionen einzunehmen und diese möglichst lange zu halten. Mögliche Standpositionen, die Sie trainieren können, sind der geschlossene Stand, der Tandem- und der Semi-Tandem-Stand sowie das Stehen auf einem Bein

 

Erkrankungen des Nervensystems und Nervenschäden reduzieren– durch die Anpassung der Ernährung

Tipps, wie Sie durch eine auf Ihre Nebenwirkungen der angepasste Ernährung bei Krebs,  periphere Polyneuropathie lindern können.

Taubheitsgefühle, Kribbeln und andere Empfindungen können Ausdruck von Missempfindungen (Parästesien) sein, welche auf physische wie psychische Ursachen zurückgeführt werden können.

  • Wenn Sie an Missempfindungen an Händen und Füßen, leiden, können Omega-3-Fettsäuren diesen Beschwerden entgegenwirken. Omega-3-Fettsäuren haben außerdem eine entzündungshemmende Wirkung
  • Essen Sie außerdem genügend Produkte, die Vitamin B1 enthalten, so etwa Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte
  • Nervenschäden können auch durch speziell auf die Symptome abgestimmte bewegungstherapeutische Maßnahmen und Trainings verringert werden

 

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