Lymphödem (sicht- und tastbare Flüssigkeitsansammlung) bei Krebs lindern! Nebenwirkungen der Krebstherapie

Lymphödeme bei Krebs bekämpfen. Lindern Sie selbst durch eine angepasste Ernährung, Bewegung und körperliche Aktivität Ihre Nebenwirkungen der Krebstherapie (Chemotherapie, Strahlentherapie oder Antihormontherapie). Abhängig von Krebsart, Behandlungsmethode und Nachsorge können sich Lymphödeme unterschiedlich schnell und spürbar entwickeln.  Lymphödeme können die Lebensqualität der Krebspatienten deutlich beeinträchtigen. Lindern Sie Flüssigkeitsansammlungen und bleiben sie körperlich aktiv.

 

Inhalt

 

Was ist ein Lymphödem?

Insbesondere in Lymphknoten, die nahe dem Primärtumor lokalisiert sind, bilden sich häufig Tumorabsiedlungen. Weil das Lymph- und das Blutgefäßsystem eng zusammenhängen, kann es durch diesen Prozess zu Fernmetastasen kommen. Das Lymphsystem ist auch für das Herzkreislauf-System von hoher Bedeutung: so drainiert das Lymphsystem täglich zwei bis drei Liter Gewebsflüssigkeit des Zellzwischenraumes und sichert durch die Rückführung in das Blut ausreichend Blutvolumen für den gesamten Organismus.

Abhängig von Tumorart, Behandlungsmethode und Nachsorge können sich Lymphödeme unterschiedlich schnell und spürbar entwickeln. Häufig zeigen sich Lymphödeme bei Krebspatienten an den betroffenen Gliedmaßen durch ein stärker werdendes Druckgefühl, Ziehen und Spannen oder auch Brennen. Durch das Anstauen von Lymphflüssigkeit kann die Beweglichkeit der Krebspatienten beeinflusst werden, häufig kommt es zu Schwellungen in Armen und Beinen sowie zu einem Schweregefühl in den betroffenen Extremitäten. Auch im Bauchraum kann es zu Schwellungen kommen, dieser weitet sich aus und es entwickelt sich ein sogenannter Aszites. Durch gezielte Übungen und Bewegung kann der Lymphabfluss gesteigert werden, da das Ventilklappensystem der Lymphbahnen vordergründig durch Muskelbewegungen aktiviert wird. Diese Erkenntnis wendet man seit langem erfolgreich in der Bewegungs.- und Sporttherapie an.

 

Lymphödeme bei Krebs lindern. Flüssigkeitsansammlungen reduzieren. Tipps und Hilfestellungen. Nebenwirkungen der Krebstherapie reduzieren. Lebensqualität steigern

 

Flüssigkeitsansammlungen bei Krebs lindern? Tipps und Hilfestellungen

Sport, körperliche Aktivität, eine ausgewogene Ernährung und weitere Methoden können die Lymphödeme bekämpfen und lindern. Was Sie in den unterstützenden Bereichen Bewegung, Sport und Ernährung hilft, worauf Sie bei (sicht- und tastbare) Flüssigkeitsansammlungen achten sollten und wer Sie dabei unterstützen kann, erfahren Sie hier.

 

Bewegung :

Wenn Sie sich ausreichend bewegen, aktiviert dies die Muskeln, die wiederum den Lymphfluss anregen und das Lymphgefäßsystem unterstützen. Auch eine Lymphdrainage kann Abhilfe schaffen, da sie zusätzlich zur Regulierung des Lymphflusses beiträgt.

Kompression bei Lymphödemen:

Kompressionsstrümpfe erhöhen den Druck auf das Gewebe, sodass sich dadurch der Lymphfluss verbessert. Weil jedoch nicht alle Patienten mit Lymphödemen diesen erhöhten Druck vertragen, muss immer im Einzelfall entschieden werden, ob ein Patient bei Bewegung und Sport Kompressionsstrümpfe trägt. Sollten Sie sich für Kompressionsstrümpfe entscheiden, denken Sie bitte daran, diese alle 3-6 Monate zu erneuern

Lymphdrainagen:

Bei der Behandlung von Lymphödemen können Lymphdrainagen, d.h. Massagen und Kompressionen, die den Lymphfluss anregen, Linderung verschaffen. Sie sollten jedoch nur von geschultem Fachpersonal durchgeführt werden und nur auf Weisung Ihres Arztes erfolgen.

Hygiene:

Achten Sie an den betroffenen Stellen besondere auf eine gute Hauthygiene und eine ausreichende Hautpflege, da die Haut durch das Ödem spannt und zu Trockenheit neigt. Dies wird durch das Tragen von Kompressionsstrümpfen zusätzlich verstärkt

Kleidung bei Lymphödemen: 

Tragen Sie Kleidung, die nicht zu eng geschnitten ist und insbesondere nicht abschnürt
Sicherheit bei Lymphödemen: Vermeiden Sie Sonnenbäder und geben Sie besonders Acht, sich an den betroffenen Stellen nicht zu verletzen, da beides die Lymphödeme verschlimmern kann

Weitere Tipps und Hilfestellungen:

  • Um den Rückfluss der Lymphflüssigkeit zu unterstützen, sollten die betroffenen Gliedmaßen bequem und hochgelagert werden
  • Auch sanfte Massagen, beginnend an den Händen bzw. Füßen zum Oberkörper, unterstützen den Fluss.
  • Spezialisten der Lymphdrainage sollten bereits im Krankenhaus über notwendige und hilfreiche Methoden informieren, auch hinsichtlich der Entstehung im Bauchraum.
  • Auch das regelmäßige Aktivieren der betroffenen Muskelpumpe kann zu Verbesserungen führen.

 

Flüssigkeitsansammlungen lindern – durch Sport und Bewegung: Trainingsempfehlungen 

Positive Auswirkungen auf das Lymphsystem

Tipps und weitere Hilfestellungen bei krebsbedingten Lympödemen. Sport und Bewegung kann sich positiv auf das Lymphsystem auswirken und somit eine Genesung bzw. die Gesundheit der Krebspatienten fördern.

  • In regelmäßigem, aber moderaten Kraft- und Ausdauertraining sollten die betroffenen Gliedmaßen aktiv eingebunden und trainiert werden.
  • Dabei sollten die Übungen jedoch nicht zu schwungvoll oder reißend ausgeübt werden, da solche Bewegungen Lymphödeme auslösen oder verschlimmern können.
  • Besonders geeignete Sportarten in der Behandlung von Lymphödemen sind Radfahren, (Nordic) Walking, Laufen, Skilanglauf, Schwimmen und gezieltes Krafttraining.
  • Sofern Kompressionsbandagen getragen werden, sollten die auch bei den Übungen getragen werden, um die Muskelpumpe effektiver arbeiten zu lassen.

Achtung - sicht- und tastbare Flüssigkeitsansammlungen:

Es sollte darauf geachtet werden, dass die Sportkleidung an den betroffenen Stellen nicht einschneidet oder einengt.

 

Bei Lymphödemen liegen in den folgenden Fällen spezifische Kontraindikationen vor:

  • Wenn der Krebspatient unter einem Erysipel (Wundrose) leidet. Dieses macht sich durch Hautrötung mit Schmerzen und evtl. Fieber bemerkbar
  • Wenn das Training dazu führt, dass der Krebspatient während des oder durch das Training Schmerzen hat oder sich das Lymphödem durch das Training verschlimmert

Empfohlene Therapiedauer bei Lymphödemen:

  • Zunächst sollte  eine Wassertherapie durchgeführt werden. Anschließend sollte der Krebspatient über einen längeren Zeitraum ein moderates Kraft- und/oder Ausdauertraining absolvieren. Bei diesem sollten auch die vom Lymphödem betroffenen Extremitäten trainiert werden (wenn möglichst dauerhaft) „Sport und Bewegung“ soll ein Teil Ihres Alltags werden.

Wassertherapie:

  • Die Wassertherapie sollte 2 Mal wöchentlich für jeweils 45–60 Minuten bei einer Wassertemperatur von maximal 32–33 °C durchgeführt werden

Krafttraining unter Einbeziehung der vom Lymphödem betroffenen Extremität:

  • Das Krafttraining sollte ebenfalls 2 Mal wöchentlich bei mittlerer Anstrengung durchgeführt werden
  • Verschlimmert sich das Lymphödem durch das Training, sollten zunächst die Trainingsintensität verringert und stattdessen die Übungen häufiger wiederholt werden. Wenn diese Maßnahmen nicht helfen oder das Lymphödem sich sogar weiter verschlimmert, sollte die betroffene Extremität nicht weiter trainiert werden

Ausdauertraining bei Lymphödemen:

  • Das Ausdauertraining sollte 2–3 wöchentlich für jeweils 20–30 Minuten bei mittlerer Anstrengung absolviert werden. Gut geeignete Sportarte für das Ausdauertraining sind hier z.B. Walking und Nordic Walking
  • Generell kann es bei Lymphödemen hilfreich sein, für das Training Kompressionsstrümpfe zu tragen

Verhaltenstipps bei Lymphödemen:

Verschiedene Gründe können dazu führen, dass sich Lymphödeme verstärken oder die Symptome sich bessern. Krebspatienten sollten daher ausprobieren, was ihnen in ihrem speziellen Fall hilft. Faktoren, die die Symptome von Lymphödemen verbessern können, sind u.a. Bewegung, Kompression, eine gute Hygiene, angemessene Kleidung und ein besonderes Augenmerk auf Sicherheitsaspekte.

 

Flüssigkeitsansammlungen reduzieren – durch die Anpassung der Ernährung

Achten Sie bei Lymphödemen auf eine gründliche Hautpflege in den betroffenen Regionen, um Infektionen vorzubeugen. Tipps und Hilfestellungen, wie sie sicht- und tastbare Flüssigkeitsansammlungen reduzieren können:

  • Es sollten täglich mindestens zwei Liter ungesüßte Flüssigkeit (Wasser oder Tee) aufgenommen werden.
  • Vitalstoffe und Enzyme sollten ausreichend zu sich genommen werden, ebenso Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe. Der Kalorienverbrauch sollte bedarfsgerecht sein, nicht mehr oder weniger als verbrannt wird
  • Adäquate und gut verarbeitet Lebensmittel steigern das allgemeine Wohlbefinden und stärken den Körper

Vorteile durch eine ausgewogene und gesunde Ernährung :

  • Schonung der Verdauungsorgane und Herstellung einer gesunden Darmflora
  • Adäquate Nährstoffaufnahme regt den Zellstoffwechsel an
  • Stabilität des Blutzuckerspiegels sowie Positivbeeinflussung des PH-Wertes und des Blutflusses
  • Regenerationsprozesse des Körpers werden optimal unterstützt.

 

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Zuletzt geändert am: 06.04.2020
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