Darmkrebs - kolorektales Karzinom

Von der Definition, über die Ursachen und Vorsorgemöglichkeiten, bis hin zur Diagnose, Therapiemöglichkeit und Prognose

Bei Darmkrebs handelt es sich um Krebserkrankungen des Dickdarms (Kolonkarzinom) und des Mastdarms (Rektumkarzinom). Erfahren Sie hier mehr über die Symptome, Therapien und Prognosen bei Darmkrebs (kolorektales Karzinom).

 

Inhalt

 

Darmkrebs - Definition

Der Begriff „Darmkrebs“, auch unter kolorektales Karzinom bekannt, umfasst Krebserkrankungen des Dickdarms (Kolonkarzinom) und des Mastdarms (Rektumkarzinom).

Die Erkrankung selbst kann im Dick- und Mastdarm entstehen, wobei die Häufigkeit im unteren Dickdarmabschnitt (die unteren 30 bis 40 Zentimeter) signifikant zunimmt. Oftmals existieren sogenannte Vorläufer der eigentlichen Krebserkrankung, welche aufgrund ihrer Form als Darmpolypen bezeichnet werden.

 

Darmkrebs: Übersicht zu allen Informationen wie Ursachen, Symptome, Vorsorge, Diagnose, Therapien (Möglichkeiten), Krankheitsverlauf, Prognose und Nachsorge bei Darmkrebs.

 

Darm - Anatomie und Funktion 

Der Darm ist in zwei grobe Abschnitte gegliedert: Dünndarm und Dickdarm. Ersterer zeichnet sich vor allem durch seine Länge von zwei bis drei Metern aus und ist in geschlungener Form im Bauchraum vorzufinden. Gelangt die vorverdaute Nahrung hinein, zeigt sich die Fähigkeit und Funktion der Darmschleimhaut, alle verwertbaren Nährstoffe in den Körper aufzunehmen. Die Überreste, welche nicht verdaut werden konnten, wandern weiter in den zweiten Abschnitt des Darms: den Kolon (Dickdarm) mit einer Länge von 1-1,5 Meter. Dem Enddarm oder Mastdarm kommt die Aufgabe zu, das Kontinenzorgan zu bilden. 

 

Ursachen und Gründe

Wie entsteht Darmkrebs? Ursachen und Gründe

Wie Darmkrebs ( kolorektales Karzinom) tatsächlich entsteht, ist bisher noch nicht gänzlich bekannt, dennoch wird vermutet, eine Kombination mehrerer Umstände könne dafür sorgen, dass die Zellen in der Darmschleimhaut sich in einem Maße vermehren, das nicht mehr dem Normalfall entspricht (Zellwucherung). Dies könnte eine der Ursachen für Darmkrebs sein.

Die Wandlung von Darm- in Krebszellen verläuft über eine gutartige Vorstufe, welche eingangs bereits erwähnt worden ist. Sogenannte Darmpolypen wachsen als pilzförmige Wucherungen aus der Schleimhaut in den Innenraum des Darms hinein.

Risikofaktoren für kolorektales Karzinom

Es existieren gewisse Faktoren, die das Darmkrebsrisiko erhöhen können. Neben einer grundsätzlichen Veranlagung sind auch gewisse Ernährungs- und Lebensgewohnheiten Aspekte, welche einen Einfluss auf die persönliche Neigung zu einem kolorektalen Karzinom haben. Ebenfalls gefährdet sind Menschen, die an gutartigen oder entzündlichen Darmerkrankungen leiden. Nachfolgend erhalten Sie eine Übersicht an möglichen Ursachen und Gründe für Darmkrebs:

 

Risikofaktor: Alter als Ursache für Darmkrebs

Ab einem Alter von 50 Jahren steigt die Gefahr, an Darmkrebs zu erkranken, deutlich an. Aus diesem Grund wird diese Erkrankung auch als Alterskrankheit eingeordnet. Bevor der eigentliche Tumor sich entwickelt, entstehen jedoch die bereits beschriebenen Vorstufen. Dies geschieht bereits 10 bis 15 Jahre, bevor sich die eigentlichen Krebszellen bilden und ist eine frühzeitg erkennbare Darmkrebs Ursache.

Risikofaktor bei Darmkrebs: Männliches Geschlecht

Im Gegensatz zu Frauen liegt die Häufigkeit der an Darmkrebs erkrankten Männer wesentlich höher, somit sind sie stärker gefährdet. Des Weiteren findet der Ausbruch der Erkrankung beim männlichen Geschlecht im Durchschnitt einige Jahre früher statt.

Darmkrebs Risikofaktor: Familiäre oder genetische Veranlagung

Die Ursache oder Auslöser für Darmkrebs sind bei etwa 70 Prozent aller Darmtumore weitgehend unbekannt, somit tritt die Erkrankung meist spontan auf. Etwa 30 Prozent der Betroffenen weisen eine erbliche Vorbelastung hin zum Darmkrebsrisiko auf. Die erbliche Veranlagung kann somit auch eine der Darmkrebs Ursachen sein.

Darmkrebs Risikofaktor: Chronisch entzündliche Darmerkrankung als Ursache

Ebenfalls als Erhöhung des Darmkrebsrisikos gilt eine über lange Zeit andauernde, chronisch entzündliche Darmerkrankung. In diesen Fällen kann eine solche Entzündung der Schleimhaut bösartige Zellveränderungen und damit auch Krebs ermöglichen.

Darmkrebs Risikofaktor: Ungesunder Lebensstil und Ernährung als Ursache für Darmkrebs

Auch in einer falschen Ernährung sowie einem nicht optimalen Lebensstil liegt ein wesentlicher Faktor für die Begünstigung der Krebserkrankungen im Bereich des Darms. Neben Rauchen gelten auch andere Lebens- und Ernährungsgewohnheiten als risikofördernd. Eine Ernährung, die von Fett, rotem Fleisch, dazu wenig Ballaststoffen, Obst und Gemüse geprägt ist, kann sich positiv auf die Bildung von Tumorzellen auswirken. Des Weiteren können Übergewicht, Bewegungsmangel und Alkoholkonsum zu einem ausgeprägteren Risiko einer solchen Erkrankung beitragen. Ernähren Sie sich ausgewogen und gesund.

Darmkrebs Risikofaktor: Darmpolyp als Ursache

Selbst nach Entfernung eines Darmpolypen bleibt das Risiko, einen weiteren auszubilden, weiterhin bestehen und wird sogar verstärkt, demnach sollten die vorgegebenen Kontrolluntersuchungen unbedingt wahrgenommen werden.

 

Symptome bei Darmkrebs

Ein Darmkarzinom weist ein sehr langsames Wachstum auf, sodass es meist zunächst unbemerkt bleibt, dennoch existieren mögliche körperliche Symptome, die auf eine solche Erkrankung hindeuten können.

Folgende Beschwerden und Symptome können bei einem Darmtumor auftreten:

  • Blut im oder am Stuhl, (Stuhl färbt sich rot oder schwarz)
  • Bei Blähungen entweicht Ihnen auch etwas Blut, Stuhl oder auch Schleim
  • Stuhlgewohnheiten verändern sich
  • Mehrmalige, krampfartige Bauchschmerzen 
  • Laute Geräusche des Darms
  • Starke anhaltende Blähungen
  • Stuhldrang (übelriechendem Stuhl)

Wenn Sie Symptome und Beschwerden an sich beobachten können: Sprechen Sie mit Ihren Arzt auf! Die Heilungschancen sind umso besser, je früher man Krebs erkennt.

 

Beschwerden und Symptome bei einem Darmtumor: Prognose, Diagnose, Therapiemöglichkeiten.

 

Früherkennung und Vorsorge bei Darmkrebs (kolorektalen Karzinom)

Prävention (Vorsorge):

In den letzten Jahren ist die Zahl der Neuerkrankungen in Deutschland leicht zurückgegangen. Faktoren, die dafür verantwortlich sein könnten, sind folgende:

  • Mehr Menschen achten auf einen gesünderen Lebensstil
  • Hinzu kommt der Effekt von Früherkennungsmaßnahmen

Maßnahmen, die sich positiv auf das Darmkrebsrisiko auswirken, sind jedoch nicht nur gegen Tumorerkrankungen eine wirksame Prävention. Sie beugen ebenfalls der Entstehung anderer Krankheiten vor, beispielsweise im Falle einer Zuckerkrankheit, von Bluthochdruck, Schlaganfällen oder Herzinfarkten.

Trotz gesunder Lebensweise betroffen?

Ist es ausgeschlossen, an Darmkrebs (kolorektales Karzinom) zu erkranken, wenn alle möglichen Maßnahmen eingehalten werden? Leider ist dem nicht so. Individuelle Einzelfälle, in denen ein sonst gesunder Mensch ohne genetische Risikofaktoren oder sonstige Vorerkrankungen betroffen wird, sind durchaus möglich. Nach dem aktuellen Stand der Forschung wird davon ausgegangen, dass Tumore oftmals durch einen zufälligen Fehler im genetischen Code entstehen können.

Darmkrebs- Früherkennungsuntersuchungen als Vorsorge

Im Falle einer frühen Diagnose können in der Regel 90 Prozent der Darmkrebserkrankungen tatsächlich geheilt werden. Aus diesem Grund ist die Früherkennung essenziell, um eine erfolgreiche Behandlung zu erreichen. Ab dem 50. Lebensjahr ist es möglich, Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen, darunter werden folgende Untersuchungen in der "Gesundheitsleitlinie Früherkennung von Darmkrebs (kolorektales Karzinom)" des Leitlinienprogramms der Onkologie empfohlen.

 

Tastuntersuchung als Vorsorgeuntersuchung

Hierbei erfolgt eine vorsichtige Untersuchung des Enddarms durch Tasten, denn dadurch können nahe am After liegende Enddarmkarzinome frühzeitig und zum Teil sogar in einzelnen Vorstufen diagnostiziert werden.

 

Mithilfe eines Stuhltests, welcher bequem zuhause durchgeführt wird, ist es möglich, bereits geringe Mengen von Blut im Stuhl nachzuweisen. Dies kann bereits erste Hinweise hinsichtlich eines Darmtumors oder Polypen geben. Dabei werden über drei Tage jeweils mit einem Spatel Stuhlproben auf Teststreifen aufgetragen sowie anschließend an den behandelnden Arzt geschickt. Ist kein Blut vorhanden, somit das Testergebnis negativ, kann die Untersuchung als beendet bezeichnet werden.

Weitere Vorsorgeuntersuchung: Darmspiegelung

Es existieren zwei Arten der Darmspiegelung: die "kleine" (Sigmoidoskopie) und die "große“ (Koloskopie). Um Darmkrebs frühzeitig zu erkennen, hat sie sich als derzeit zuverlässigste Methode erwiesen. Die Koloskopie dient dazu, bereits Vorstufen des Darmkrebses (Adenome) zu identifizieren und teilweise sogar in derselben Sitzung zu entfernen. Aus diesem Grund ist es nach Sicht der Experten dringend empfohlen, die Vorsorge-Koloskopie wahrzunehmen. Ein festgestellter Polyp von weniger als einem Zentimeter Größe bedeutet bei negativer Vererbungsmöglichkeit kein erhöhtes Risiko für Darmkrebs. In letzterem Fall ist eine Kontrollkoloskopie im Intervall von 5-10 Jahren ausreichend.

 

Diagnose 

Wird ein Darmtumor (Kolonkarzinom) vermutet, ist es durch verschiedene Untersuchungen möglich, diese Diagnose zu überprüfen.

Untersuchungsmethoden zum feststellen eines Tumors sind:

  • Tastuntersuchungen
  • Teilspiegelung (flexibel)
  • Okkultbluttest
  • Röntgenuntersuchung
  • Starre Spiegelung des Mastdarms
  • Spiegelung (flexibel) des gesamten Darms

Bestätigt sich die Diagnose einer Krebserkrankung, werden weitere Untersuchungen durchgeführt, deren Ziel es ist, die Ausweitung auf benachbarte Organe und das umgebende Gewebe zu erschließen. Nach der Diagnose werden eine Vielzahl Untersuchungen auf Sie zukommen.

 

Krankheitsverlauf und Prognose

Die Chance des Krebspatienten, die Erkrankung zu überstehen, steigt, je weniger weit die Entwicklung des Tumors fortgeschritten ist. Somit ist sie davon abhängig, wie stark die Darmwand befallen ist beziehungsweise ob Metastasen bereits in andere Organe oder die Lymphknoten  vorgedrungen sind. Eine Heilung wird wahrscheinlicher, je früher der Darmkrebs (kolorektales Karzinom) letztendlich entdeckt wird. Je später, desto schlechter ist die Prognose.

Mittels einer mikroskopischen Untersuchung des Tumorgewebes ist es möglich, wichtige Aspekte wie die grundlegende Art des Tumors, aber auch die Aggressivität und die Geschwindigkeit seines Wachstums zu bestimmen. 

Je nachdem, wie das untersuchte Gewebe eingeordnet werden kann, ergeben sich Krankheitsverlauf, Prognose und die Chancen auf Heilung. Bei Tumoren ohne Befall der Lymphknoten sowie ohne Tochtergeschwülste ergibt sich somit eine bessere Prognose und Überlebenschance. Ebenfalls einen erheblichen Einfluss auf die anschließende Prognose hat im Falle des Mastdarmkrebses die Lage des Tumors, denn je tiefer dieser sitzt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit der Streuung.

 

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Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten

Wird Darmkrebs (kolorektales Karzinom) diagnostiziert und das Ausmaß der Ausbreitung ist exakt bestimmt, bieten sich verschiedene Behandlungsweisen und Therapiemöglichkeiten an. Dazu gehören Folgende:

Eine getrennte Betrachtung der zwei Tumor-Arten im Darm sollte unbedingt vorgenommen werden, da sich die Therapie eines Karzinoms im Bereich des Rektums von der des Kolonkarzinoms grundlegend unterscheidet.

Operation und Chemotherapie

Selbst nach erfolgreicher Operation kann es im Falle des Kolonkarzinoms zur Ausbildung von Tochtergeschwülsten in anderen Organen (Metastasen) kommen, vor allem, wenn bei den betroffenen Krebspatienten zum Zeitpunkt der Operation bereits Tumorgewebe in den Lymphdrüsen existiert hat. Um die bestmögliche Wirkung auf das erkrankte Gewebe zu entfalten, ist bei der adjuvanten Tumortherapie des Kolonkarzinoms eine Chemotherapie durchzuführen. Die Anwendungen erfolgen regelmäßig in einem halben Jahr.

 

Strahlentherapie

Durch die neuen Therapien ist es sogar möglich, das auftretende Risiko nochmals um 50 % zu senken. Während der Strahlentherapie werden spezielle Chemotherapeutika verabreicht, welche hinsichtlich der erfolgreichen Bestrahlung sowie des positiven Effekts auf den Tumor eine unterstützende Wirkung bieten. Dadurch kann im Beckenbereich eine höhere Zahl der Krankheitsrückfälle (Lokalrezidivrate) erreicht werden. 

 

Nachsorge und onkologische Reha bei einem kolorektalen Karzinom)

Die Phase der Nachsorge beginnt nach Abschluss der medizinischen Behandlung zur Heilung des Darmkrebs (Kolonkarzinoms). Sie haben das Recht, nach Ihrer Darmkrebserkrankung eine onkologische Rehaklinik zu besuchen.

 

Nachsorgeuntersuchungen

Als unter Experten anerkanntes Nachsorgeschema für die ersten fünf Jahre nach der Therapie gilt Folgendes:

Die Nachsorgeuntersuchungen werden auf die jeweilige Situation des Patienten zugeschnitten, wobei auch beachtet wird, in welchem Stadium sich das entfernte Gewebe befunden hat. Die folgenden Untersuchungen eignen sich, um eine optimale Nachsorge zu gewährleisten:

  • Befragung des Patienten
  • körperliche Untersuchungen
  • Blut- und Stuhluntersuchungen 
  • Ultraschalluntersuchung
  • Darmspiegelung

Während diese Untersuchungen in den zwei Jahren nach der Operation in kurzen Intervallen wiederholt werden, verlängern sich die Phasen zwischen den einzelnen Kontrollen nach und nach.

 

Nachdem Krebspatienten aus dem Krankenhaus entlassen werden, wird in der Regel eine anschließende Heilbehandlung oder auch eine Kur empfohlen. Dies dient der Erholung und der Genesung. In speziell eingerichteten Nachsorgekliniken wird den Krebspatienten die Möglichkeit geboten, wieder zu Kräften zu kommen. Des Weiteren kann dort auf die individuelle Situation des Krebspatienten eingegangen werden.

 

 

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