Brustkrebs - Mammakarzinom

Von der Definition, über die Ursachen und Vorsorgemöglichkeiten, bis hin zur Diagnose, Therapiemöglichkeit und Prognose

Bei Brustkrebs (Mammakarzinom) handelt es sich um die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Heute ist Brustkrebs sehr gut behandelbar. Es gibt eine Vielzahl an Krebstherapien. Hier erhalten Sie eine Übersicht zu allen Informationen wie Brustkrebs Ursachen, Symptome, Vorsorge, Diagnose, Therapien (Möglichkeiten), Krankheitsverlauf, Prognose und Nachsorge bei Brustkrebs.

 

Inhalt

 

Brustkrebs (Mammakarzinom) - Definition

Unter dem Begriff Brustkrebs (Mammakarzinom) wird ein maligner (bösartiger) Tumor der Brust verstanden. Üblicherweise entwickeln sich Tumoren in den Milchgängen und selten aus Drüsenlappenzellen. Hierbei sind ca. 50 % der Tumoren im Bereich des oberen äußeren Abschnitts der Brust lokalisiert. Etwa 18 % der Tumoren finden sich in der Nähe der Brustwarze und 15 % im Bereich des oberen inneren Abschnitts der Mamma.
Bei Brustkrebs erfolgt die Unterscheidung zwischen invasiven und nichtinvasiven Tumoren. Der nichtinvasive Tumor gilt hierbei als Vorstufe des Krebs, wobei der Tumor jedoch gerade erst beginnt, sich auszubreiten. Bei invasiven Mammatumoren kam es im naheliegenden Gewebe bereits zu einer Ansiedelung.

 

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Brust - Anatomie und Funktion 

Die Anatomie der Brust ist prinzipiell bei allen Frauen in gleicher Weise gestaltet. In der Brust kommen hauptsächlich zwei Gewebearten vor: Drüsen- und Fettgewebe. Nach der Geburt eines Kindes bildet die weibliche Brust in den Lobuli (Drüsen) Milch, welche über die Ductuli (Milchgänge) in die Mamille (Brustwarze) transportiert wird. Bei Tumoren der Drüsenlappenzellen spricht man von lobulären Karzinomen. Tumoren der Milchgänge werden hingegen als duktale Karzinome bezeichnet.

 

Ursachen und Gründe für ein Mammakarzinom

Die für die Entstehung von Mammakarzinomen verantwortlichen Ursachen konnten durch die Forschung noch nicht vollständig abgeklärt werden. Dennoch konnten einige Risikofaktoren identifiziert werden, die die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines Mammakarzinoms vervielfachen können. Zu den bedeutendsten Risikofaktoren gehören:

  • Ursachen auf genetischer Ebene (z. B. BRCA1- und BRCA2-Genmutationen)
  • familiäre Häufung von Mammakarzinomen
  • bereits stattgehabtes Mammakarzinom
  • ernährungsbedingte Ursachen (z. B. fetthaltige Ernährung)
  • Ursache: häufiger Konsum alkoholischer Getränke
  • Nikotinkonsum
  • Mangel an körperlicher Aktivität
  • umweltbedingte Faktoren (z. B. Strahlungseinwirkung)
  • therapeutischer Einsatz von Hormonen (z. B. Östrogen, Gestagen)
  • Kinderlosigkeit
  • Geburt des ersten Kindes nach einem Lebensalter von 30 Jahren
  • Ablehnung des Stillens
  • Frühzeitiger Beginn der Periode, verspätete Wechseljahre

Das Alter und die Häufigkeit der Mutterschaft beeinflussen ebenfalls die Wahrscheinlichkeit der Entstehung von Mammakarzinomen. Daneben spielt auch eine Rolle, ob und über welchen Zeitraum die Frau gestillt hat. Ebenso beeinflussen auch die Zeitpunkte des Einsetzens der Regelblutung sowie der Menopause das Erkrankungsrisiko. Des Weiteren spielt hierbei auch die Anzahl der stattgehabten Regelblutungen eine Rolle.
Außerdem stehen im Volksmund weitere Ursachen und Faktoren, wie zu eng sitzende BHs, Nutzung von Deodoranten mit Aluminiumzusatz, Brustvergrößerungen und Abtreibungen im Verdacht, das Risiko einer Erkrankung zu erhöhen. Hierbei handelt es sich jedoch um Ursachen undFaktoren, deren kausaler Zusammenhang mit dem Auftreten von Mammakarzinomen nicht wissenschaftlich belegt ist.

 

Bindungsstellen für Hormone

In der Brust gibt es Hormonrezeptoren, die als Bindungsstellen für Hormone (z. B. Östrogene) fungieren. Mit ihrer Hilfe werden durch Hormone transportierte Informationen an die Zellen weitergeleitet. Mithilfe der Hormonrezeptoren können bedauerlicherweise auch Östrogene dazu beitragen, die Entwicklung und den Zuwachs bestimmter Tumorzellen zu bedingen.

Der therapeutische Einsatz von Hormonen kann ebenfalls das Risiko für das Auftreten eines Mammakarzinoms erhöhen, sofern dieser länger als fünf Jahre erfolgt. Dies gilt hauptsächlich für Medikamente, in denen Östrogene und Gestagene eingesetzt werden.

Nikotinkonsum

Der Nikotinkonsum stellt den bedeutendsten verhaltensbedingten Risikofaktor in Bezug auf viele Krebsarten dar. Hierbei sind nicht nur Lungenkarzinome, sondern auch andere Karzinome, wie Brustkarzinome, inbegriffen.

Einen weiteren verhaltensbedingten Risikofaktor stellt die Nahrungsmenge und -zusammensetzung dar. Menschen mit einem hohen Body-Mass-Index (BMI) erkranken häufiger an Brustkarzinomen als Menschen mit einem niedrigen BMI. 

Mammografische Dichte als Ursache

Auch anatomische Gegebenheiten, wie etwa die mammografische Dichte, spielen eine Rolle. Bei einer hohen mammografischen Dichte besteht der Aufbau der Brust anteilig aus weniger Fett- und mehr Drüsen- und Bindegewebe. Bei Frauen, bei denen diese hoch ist, besteht ein fünfmal so hohes Risiko, an einem Brustkarzinom zu erkranken. 

Ursache: Genetischen Veranlagung

Etwa 5–10 % aller Brustkarzinomerkrankungen entstehen aufgrund einer genetischen Veranlagung. In Familien, in denen genetisch bedingt eine erhöhte Häufigkeit von Brustkrebs besteht, sollte ein Gentest durchgeführt werden. Die Ursache für ein genetisch bedingtes Brustkarzinom kann in einer Genmutation der Gene BRCA-1 und BRCA-2 bestehen. Daneben sind auch weitere mit Brustkrebs assoziierte Gene bekannt.

 

 

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Symptome bei Brustkarzinomen

Etwa 50 % der Brustkarzinome sind bei betroffenen Frauen im oberen äußeren Brustbereich lokalisiert. Etwa 15 % der Brustkarzinome befinden sich im inneren oberen Brustbereich. Generell ist ein gehäuftes Auftreten von Karzinomen in der linken Brust zu beobachten. Es gibt eine Vielzahl an Symptomen, welche auf Brustkrebs hindeuten. Symptome können auch auftreten, obwohl es keine offensichtlichen Gründe und Ursachen bei Ihnen für Brustkrebs gibt.

Bei Auftreten von einem oder mehreren der im Folgenden aufgelisteten Symptome sollte schnellstmöglich ein Besuch beim Frauenarzt erfolgen. Achten Sie auf sich und nehmen Sie Symptome ernst.

 

Knoten in der Brust als mögliches Symptom

In der Brust auftretende Knoten können etwa ab einer Größe von 1–2 cm getastet werden. Hierbei ist die Tastbarkeit des Knotens von mehreren Faktoren abhängig: der Lage des Knotens, der Struktur des Brustgewebes selbst, sowie der Größe der Brust. Verdächtige Knoten sind nicht verschieblich und sind meistens nicht schmerzhaft.  Nehmen Sie die Symptomatik ernst und gehen Sie zu Ihrem Arzt.

Weitere Symptome: Einziehungen der Brustwarzen

Im Bereich der Mamillen (Brustwarzen) kann es in einem Bereich oder im Bereich der ganzen Mamille zu akuten Einziehungen oder Einsenkungen kommen. Daneben sind auch entzündliche Veränderungen oder andere Veränderungen der Haut möglich. Besonders verdächtig sind solche Veränderungen, wenn sie bluten oder nur auf einer Seite bestehen.

Die meisten Frauen können generelle Größenunterschiede zwischen ihrer linken und rechten Brust feststellen. Tritt der Größenunterschied allerdings akut auf, sollte ein Arztbesuch erfolgen. Es sollte ebenfalls eine ärztliche Abklärung erfolgen, wenn beim Anheben der Arme Unterschiede im Bewegungsverhalten der Brüste sichtbar werden. Stellen Sie einen "neuen" Größenunterschied bei Ihrer Brust fest, nehmen Sie sich die Zeit und gehen Sie zu Ihrem Arzt und lassen die Symptome kontrollieren.

Hautauffälligkeiten als Symptome für Brustkrebs

Verschiedene Hautauffälligkeiten, wie Einziehungen, große Poren, Cellulite, eine lang bestehende gerötete Hautoberfläche oder entzündliche Hautveränderungen können Hinweise darauf geben, dass ein Brustkarzinom besteht. Lassen Sie das Symptom auf Brustkrebs bei Ihrem Arzt untersuchen.

Treten in der Achselhöhle Vergrößerungen und Knötchenbildungen auf, kann dies einen Hinweis auf Metastasenbildung in den Lymphknoten geben. Allerdings kann es auch bei Infekten zu einer Vergrößerung der Lymphknoten kommen. Lassen Sie sich die Symptomatik bei Ihren Arzt anschauen.

 

Früherkennung und Vorsorge bei Brustkrebs

Vorsorge und -früherkennung im Überblick

Eine Vorbeugung  und Früherkennung von Brustkrebs kann durch die Vermeidung von verhaltensbedingten Risikofaktoren und eine gesunde Lebensführung erfolgen. Generell gilt: 

Früherkennung der gesetzlichen Krankenkassen

Regelmäßige Untersuchungen zur Früherkennung von Brustkrebs gelten als Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Abstände und Arten der einzelnen Untersuchungen hängen vom Alter der Patientinnen ab.

Bei Frauen im Alter zwischen 30 und 50 erfolgt eine Tastuntersuchung des Brustdrüsengewebes und der Lymphdrüsen im Bereich der Achselhöhle sowie des Schlüssel- und Brustbeines. Daneben erfolgt ebenfalls eine Kontrolle der Brustgröße und -form sowie der Brustwarzen.

Bei Frauen zwischen 50 und 70 Jahren erfolgt neben der jährlichen Abtastung im Abstand von zwei Jahren eine schriftliche Einladung der Frauen in der oben genannten Altersgruppe zu einem Mammografie-Screening.

 

Machen Sie selbst etwas für Ihre Vorsorge

Bei einer Vielzahl von Frauen erfolgt die Entdeckung von Karzinomen im Brustbereich selbstständig. Dies kann beispielsweise als Zufallsbefund bei der Körperpflege oder auch durch die gezielte Selbstuntersuchung stattfinden.

Das Untersuchen des eigenen Körpers führt dazu, dass der eigene Körper sowie eventuelle Veränderungen bewusster wahrgenommen werden. Aus diesem Grund lautet die Empfehlung der Krebsgesellschaften in Deutschland, dass mindestens einmal im Monat die Brust im Spiegel betrachtet und abgetastet werden soll. Daneben sollen auch die weiteren empfohlenen Maßnahmen (z. B. Mammografie-Screening) zur Vorsorge durchgeführt werden.

 

 

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Diagnose Brustkrebs

Die Diagnose und der Befund

Bei den Betroffenen kommt es nach der Entdeckung eines verdächtigen Tast- oder Mammografiebefundes häufig zu Beunruhigung.

Gutartige Tumore

Nicht immer sind die knotigen Veränderungen im Brustgewebe jedoch hormonell bedingt. Speziell im Brustgewebe können sich Knoten aus anderen Geweben (z. B. Fettgewebe, Drüsengewebe oder Bindegewebe) bilden:

  • Geschwülste des Fettgewebes
  • Benigne Knoten aus Drüsen- und Bindegewebe 
  • Bildung von flüssigkeitsgefüllten Geschwülsten (Zysten); hierbei kann bereits meist mittels Ultraschall eine maligne Genese ausgeschlossen werden
  • Auftreten von mehreren Knoten und Zysten im Brustgewebe, welche die sichere Diagnose eines Karzinoms mittels Tastbefund und Mammografie erschweren; hier besteht häufig eine Indikation für eine Entnahme von Brustgewebe zur Auswertung

Vorstufen von Brustkrebs

Eine sichere Diagnose von Brustkrebs deutet noch nicht per se auf ein hohes Gefahrenpotential hin. 

Unterschiedliche Diagnoseverfahren zur Abklärung von Verdachtsdiagnosen :

Es gibt eine Vielzahl an Brustuntersuchung und Diagnoseverfahren, die man sowohl für die Vorsorge-Untersuchungen, als auch für die Diagnose verwenden kann. Nachfolgend erhalten Sie einen Überblick über die häufigsten Diagnoseverfahren für Brustkrebs:

Mammografie - Diagnoseverfahren 

Unter einer Mammografie versteht man eine röntgenologische Brustuntersuchung. Die Mammografie stellt für die Abklärung von Verdachtsdiagnosen momentan die beste Untersuchungsmethode dar. Allerdings wird sie daneben auch im Rahmen der Früherkennung, ohne entsprechenden Verdacht, angewandt. Mithilfe der Mammografie können selbst winzige Knoten, die noch nicht tastbar sind sowie auch Mikrokalk erkannt werden.

 

Ultraschall

Hierunter versteht man eine Ultraschalluntersuchung des Gewebes. Mithilfe des entstehenden Ultraschallbildes kann zwischen Gewebestrukturen, die eine unterschiedliche Schalldichte aufweisen, differenziert werden.

 

Kernspintomografie als Diagnoseverfahren 

Unter der Kernspintomografie, die häufig auch als Magnetresonanztomografie (MRT) bezeichnet wird, versteht man eine visuelle Untersuchung eines gewählten Körperabschnittes, bei der das entstehende Bild in mehrere Längs- und Querschichten geteilt ist. Im Rahmen des Verfahrens wird ein starkes Magnetfeld angewandt, welches eine Wirkung auf die Wasserstoffatomkerne im menschlichen Körper hat.

 

Biospie

Auch nach der Durchführung von Mammografie-, Ultraschall- und MRT-Untersuchungen können durch den untersuchenden Arzt noch Zweifel am Befund bestehen. Hier kann zum Zweck einer histologischen Untersuchung eine Gewebeentnahme erfolgen, durch welche im Anschluss der Befund endgültig hinsichtlich seiner Gut- oder Bösartigkeit abgeklärt werden kann.

 

 

 

 

Krankheitsverlauf und Prognose bei Mammakarzinom

Wie verläuft die Brustkrebserkrankung?

Die Überzahl von Brustkrebserkrankungen ist bei rechtzeitiger Erkennung und Behandlung heilbar. Trotz einem in den letzten Jahren zu beobachtenden Anstieg von Neudiagnosen ist ein kontinuierliches Absinken der Sterbefälle aufgrund von Brustkrebs zu beobachten. Ein Prozentsatz von 87 % der Diagnosefälle ist nach einer Zeitspanne von fünf Jahren noch am Leben. Bei Brustkarzinomen sind jedoch im Vergleich zu anderen Krebsarten auch mehrere Jahre nach der Behandlung noch Lokalrezidive und Metastasierungen möglich. Insbesondere bei Brustkrebs ist also eine ausdauernde Nachsorge von grundlegender Bedeutung.

Um eine andauernde Heilung zu ermöglichen, muss eine komplette Zerstörung des Brustkarzinoms erfolgen. Wenn der Tumor bereits Metastasierungen – also Tochtergeschwüre – in anderen Teilen des Körpers gebildet hat, ist mit den heutzutage verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten meist keine Chance auf eine gänzliche Heilung erzielbar. In solchen Fällen kann nicht sichergestellt werden, dass alle Krebszellen endgültig aus dem Organismus entfernt werden.

Für Krebspatientinnen mit Brustkrebs in fortgeschrittenem Stadium wurde die durchschnittliche Lebenserwartung nach der Erstdiagnose von Metastasen mit durchschnittlich zwei Jahren angegeben. Heutzutage wird die Lebenserwartung nach dem Auftreten von Metastasen für ca. 25 % der betroffenen Patientinnen mit fünf und für 10 % der Betroffenen mit zehn oder mehr Jahren angegeben. Allerdings sind diese Schätzungen etwas veraltet. Es ist nicht genau bekannt, welche Lebenserwartung die Betroffenen mit den modernen Therapiemethoden erreichen können. Laut aktuelleren Studien, wie etwa zu Antihormon- oder auf HER2/neu ausgerichtete Therapien, wird eine durchschnittliche Lebenserwartung von etwa vier bis fünf Jahren geschätzt.

 

Therapiemöglichkeiten bei einem Mammakarzinom

Bei Brustkrebs gibt es viele Therapiemöglichkeiten. Die unterschiedlichen Therapiemöglichkeiten können in folgende Bereiche unterteilt werden:

 

Wie wird Krebs in der Brust operiert?

Eine Therapiemöglichkeit, Bruskrebs zu behandeln, ist die Operation. Auch heutzutage ist bei malignen Karzinomen im Bereich der Brust die operative Entfernungen von grundlegender Bedeutung. Hierbei ist allerdings mittlerweile auch eine Erhaltung der Brust möglich.

Brusterhaltende Operation

Für brusterhaltende Operationen besteht generell für die Betroffenen kein erhöhtes Risiko, an einem Tumorrezidiv zu erkranken, als bei einer radikalen Entfernung der Brust. Das entscheidende Kriterium hierbei besteht darin, dass das Tumorgewebe restlos entfernt wurde. Von einer vollständigen Entfernung des Tumors ist auszugehen, wenn die histologische Untersuchung des Schnittrandes keine Tumorzellen mehr zeigt und anschließend eine Bestrahlungstherapie stattfindet.

Letzten Endes ist bei jeder Patientin unter Einbeziehung der bildgebenden Verfahren, den klinischen Ergebnissen und Pathologiebefunden über die individuelle Indikation für eine brusterhaltende Operation zu entscheiden.

Operation bei metastasiertem Brustkrebs

Im Falle eines metastasierten Brustkrebs besteht für die Erkrankung keine Heilungschance. Früher wurde bei solchen Befunden keine operative Entfernung des Karzinoms vorgenommen. Anstelle dessen kamen hier lediglich systemische Therapien zur Anwendung.

Welche Hormontherapie ist die richtige?

Die Antihormontherapie ist eine medikamentöse Therapiemöglichkeit, die dazu dient, das Wachstum des Tumorgewebes aufzuhalten oder zu reduzieren. Im Anschluss an die Behandlung kann die Betroffene weiterhin ihre Fruchtbarkeit erhalten. Es kommt zu einem Wiedereinsetzen der Menstruationsblutung.

Die Antihormontherapie ist – wie auch die Chemotherapie – im gesamten Organismus wirksam, wodurch auch kleine, mit der aktuellen Technik noch nicht diagnostizierbare Tumorherde behandelt werden. Gegenüber der Chemotherapie bietet die endokrine Therapie den Vorteil, dass das gesunde Zellgewebe – trotz Beeinflussung durch Hormonentzug – durch die Behandlung nicht attackiert wird.

Die Strahlentherapie (auch Radiotherapie genannt) stellt neben der operativen Entfernung und der Behandlung mit Medikamenten bei von Brustkrebs betroffenen Frauen die häufigste Therapiemethode dar. Bei der Strahlentherapie erfolgt mittels hochdosierter ionisierender Strahlung eine Schädigung des Erbguts der Zellen im Bereich der Bestrahlung. Hierbei werden (z. B. mittels Röntgenstrahlung) sowohl gesunde als auch Karzinomzellen geschädigt. Bei Karzinomzellen besteht im Vergleich zu anderen Zellen des menschlichen Körpers eine weniger effektive Fähigkeit zur Zellregeneration. Krebszellen sind nicht dazu in der Lage, die strahlungsbedingten Defekte zu kompensieren und sterben somit ab.

Wann wird die Chemotherapie angewendet?

Betroffene, bei denen ein Brustkrebs im Frühstadium diagnostiziert wurde und bei denen das Risiko, ein Rezidiv zu erleiden als gering eingestuft wird, müssen nicht in jedem Fall eine Chemotherapie durchlaufen. Dies gilt überwiegend für Patientinnen, bei denen ein Hormonrezeptor-positives oder HER2-negatives Mammakarzinom ohne befallene Lymphknoten diagnostiziert wurde. In solchen Fällen reicht eine Antihormontherapie aus. Für die zukünftige Früherkennung dieser Gruppe von Patientinnen können Gen- und Biomarkertests eingesetzt werden.

Die sogenannte zielgerichtete Krebstherapie stellt einen erst kürzlich entwickelten Behandlungsansatz aus dem Bereich der Molekularbiologie dar. Hierbei werden spezifische Wirkstoffe eingesetzt, die lediglich die Krebszellen – und nicht, wie bei der unspezifische Wirkstoffe nutzenden Chemotherapie, auch gesunde Zellen – angreifen. Diese Behandlungsmethode, belastet die Betroffene im Vergleich zu anderen Therapien weniger körperlich.

 

Nachsorge und onkologische Reha bei Mammakarzinom

Die Phase der Nachsorge/ Reha beginnt nach Beendigung der Krebstherapie zur Heilung der Tumorerkrankung.

 

NACHSORGE – KONTROLLE IST BESSER …

Frauen, bei denen ein Mammakarzinom in einem frühen Stadium ohne Metastasierungen diagnostiziert wurde, beginnen sofort nach der Erstbehandlung (operative Entfernung, Strahlungstherapie, Chemotherapie) mit der Nachsorgebehandlung. Im Rahmen der Nachsorge finden in regelmäßigen Abständen Untersuchungen statt, die der Kontrolle auf Tumorrezidive dienen. 

Was wird untersucht?

Bei einer Nachsorgeuntersuchung werden beide Brüste sowie die Lymphgänge durch die Patientin selbst oder den Arzt abgetastet. Daneben finden im Rahmen der Nachsorge auch andere Untersuchungsmethoden Anwendung.

Nachsorge-Zeitplan

Die Deutsche Krebsgesellschaft empfiehlt in ihren Leitlinien zur Nachsorge folgende zeitliche Abfolge der einzelnen Untersuchungen:

Bis zu drei Jahre:

  • Alle 3 Monate je ein Gesprächs- und ein Untersuchungstermin
  • Im Anschluss an eine brusterhaltende Operation im Abstand von 12 Monaten mammografische Untersuchung beider Brüste
  • Alle 12 Monate eine Untersuchung beider Brüste mittels Brustultraschall
  • Besteht die Möglichkeit auf Tumorrezidiv, Metastasierungen oder starke Nebenwirkungen Hinzuziehen weiterer Untersuchungsmethoden (z. B. Labor, andere bildgebende Verfahren etc.)

Ab dem vierten Jahr:

  • Alle 6 Monate ein Gesprächs- und ein Untersuchungstermin
  • In 12-monatigem Abstand Mammografie- und Brustultraschalluntersuchung
  • Bei Verdacht auf Tumorrezidiv, Metastasierungen oder starke Nebenwirkungen Hinzuziehen weiterer Untersuchungsmethoden (z. B. Labor, andere bildgebende Verfahren etc.)

Ab dem sechsten Jahr:

  • Einmal jährlich Mammografie- und Brustultraschalluntersuchung im Rahmen der Früherkennung
  • Weiterer Untersuchungsmethoden müssen hinzugezogen werden, falls es Verdacht auf Tumorrezidiv, Metastasierungen oder starke Nebenwirkungen gibt

Es ist zu beachten, das die soeben dargestellten Leitlinien lediglich als Orientierung dienen. Das konkrete Vorgehen (Untersuchungsart und -zeitpunkt) wird in Anbetracht der individuellen Rahmenbedingungen des Falls stets durch den behandelnden Arzt entschieden.

Die Diagnose Brustkrebs stellt in jedem Fall für die betroffenen Frauen ein prägendes Lebensereignis dar. Das Ende der durchlaufenen Therapie geht für die Überzahl der Patientinnen nicht mit einer direkten Rückkehr in das alltägliche Leben einher. Die Betroffenen leiden auch nach dem Ende der Therapie häufig noch an physischer Schwäche und seelischer Belastung.

 

   

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